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Blutwerte beschäftigen Richter im Leber-Prozess

Alles andere als „o.k.“ Blutwerte beschäftigen Richter im Leber-Prozess

Der Wert war alles andere als „o.k.“. Ein drastischer, für Leberpatienten gefährlicher Ausreißer des Blutgerinnungswertes. Dennoch hatte jemand den Blutwert eingekreist und ein „o.k.“ daneben geschrieben.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Dieser und ein weiterer derart hoher Wert sowie die falsche Behauptung, die Patientin sei dialysepflichtig, haben der Frau eine neue Leber verschafft.

Am Dienstag hat sich das Landgericht im Prozess gegen den des versuchten Totschlags  angeklagten Leberchirurgen Aiman O. mit den Blutproben befasst. Die Frau ist eine von elf Transplantierten, denen eine neue Leber von Eurotransplant auf Basis mutmaßlich gefälschter Blutwerte oder unwahrer Angaben zur Dialyse zuerkannt wurden. Ein Polizeibeamter, der die Ungereimtheiten bei den Blutwerten ermittelte, sagte aus.

Demnach habe die Patientin bis zum 7. Juni 2011 noch relativ gute Blutwerte und damit einen niedrigen Meldscore (Bemessungswert der Dringlichkeit einer Lebertransplantation) gehabt. Am 8. Juni tauchte eine Blutprobe der Frau auf, die schon einen Tag alt gewesen sein soll, obwohl die Patientin tags zuvor gar nicht in der Klinik war. Eine zweite Blutprobe an diesem Tag wies dann den extrem hohen Gerinnungswert auf, der mit „o.k.“ versehen war.

Die Werte am 10. Juni waren dann wieder normal. Am 15. dann erneut ein unerklärlicher Ausreißer und erneut die falsche Angabe zur Dialyse. Prompt erhielt die Frau eine Spenderleber. Ihr Meldscore wurde mit 40 anerkannt. Wer nun aber die nachweislich falschen Angaben gemacht hat, das habe sich nicht ermitteln lassen, so der Zeuge.

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