Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Böller-Verbot in Göttingen nicht vom Tisch

Raketen auf Passanten Böller-Verbot in Göttingen nicht vom Tisch

Erneut haben Unbekannte in der Silvesternacht am Markt gezielt mit Raketen auf Zuschauer geschossen. Das nimmt die Göttinger Stadtverwaltung zum Anlass, sich weiter mit einem von ihr angedrohten generellen Böller-Verbot in der City zu befassen, bestätigt Sprecher Detlef Johannson auf Anfrage.

Voriger Artikel
Einbruch in Göttinger Kleiderkammer
Nächster Artikel
Interview mit Dietmar Wischmeyer zum Tourauftakt am Donnerstag

In der Silvesternacht am Markt: Viele feiern friedlich, einige schießen mit Raketen auf Zuschauer.

Quelle: Heller

Göttingen. Aufgrund der Vorkommnisse sei klar: „Das Problem ist nicht gelöst, auch wenn erfreulicher Weise nichts passiert ist“, sagt Johannson. „Deshalb können wir nicht ohne Weiteres zur Tagesordnung übergehen und werden uns mit der gesamten Thematik im ersten Quartal 2016 befassen.“ Ob die Verwaltung der Politik dann tatsächlich vorschlagen werde, ein komplettes Böller-Verbot in der Innenstadt einzuführen, sei aber noch offen.

Die Göttinger Polizei bewertet das Verhalten einiger Göttinger in der Silvesternacht ebenfalls kritisch. „Die Situation am Marktplatz war nach Bewertung der vor Ort eingesetzten Beamten zwar etwas ruhiger als in den vergangenen Jahren, die etwa 1000 dort anwesenden Personen verhielten sich aber aus unserer Sicht dennoch nicht so vernünftig und diszipliniert, wie wir uns das nach den gezielten Appellen im Vorfeld gewünscht hätten“, sagt Thomas Rath, Leiter der Polizei-Inspektion Göttingen.

Das gegenseitige Beschießen und Bewerfen mit Raketen und Böllern scheine „bei vielen Feierlustigen oder wohl besser Volltrunkenen leider weiterhin zum festen Silvesterritual zu gehören. Ein mehr als unzivilisiertes Verhalten, bei dem es vermutlich nur durch Zufall in der verrauchten Szenerie nicht zu schwereren Verletzungen anderer Menschen gekommen ist.“

Immerhin, so Rath: „Solch extremen Massenphänomene wie in Köln waren in Göttingen nicht zu verzeichnen.“ Sexuelle Übergriffe oder Raubdelikte seien der Polizei Göttingen bislang  nicht angezeigt worden – auch nicht im Bereich des stark frequentierten Marktplatzes. In Köln hatten offenbar Männergruppen Dutzende Frauen in der Silvesternacht attackiert.

Einem möglichen Feuerwerksverbot in der Stadt Göttingen steht die Polizei offen gegenüber: „Selbstverständlich würde die Polizei nicht nur ein transparentes, klar nachvollziehbares Böllerverbot (für welchen Bereich den Innenstadt auch immer) aus Sicherheitsgründen befürworten, sondern die Stadt auch bei dessen praktischer Umsetzung nach Kräften unterstützen“, erklärte Rath.

In dem Fall wäre in der Silvesternacht „eine starke Polizeipräsenz zur Beobachtung der Situation und der Durchführung etwaiger Folgemaßnahmen erforderlich. Unter Umständen kann die Stadtverwaltung aber auch noch Alternativmaßnahmen erarbeiten.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Vor 25 Jahren erhielt der Göttinger Wissenschaftler Erwin Neher den Nobelpreis