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Bonbonregen für Irak-Flüchtlinge zur Begrüßung

Zwischenlager Friedland Bonbonregen für Irak-Flüchtlinge zur Begrüßung

Weitere 99 irakische Flüchtlinge sind im Grenzdurchgangslager Friedland angekommen. In den nächsten zwei Wochen entscheidet sich, in welchen Bundesländer sie ihr neues Leben beginnen.

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Angekommen: Nach 14-stündiger Reise kommt Faith Alkaylani (Mitte) in Friedland an und wird von seinen Bekannten begrüßt.

Quelle: Hinzmann

Vor der Feuerwache im Friedländer Übergangslager rollen bei strahlender Sonne gegen 18 Uhr drei Busse vor. Als die Türen aufgehen, geben ihre Dolmetscher letzte Informationen.  Das Gepäck ist schon dort und das Abendessen vorbereitet. Vor den Bussen sammeln sich immer mehr Menschen. Verwandte und Bekannte, die darauf warten, die Flüchtlinge in den Arm zu nehmen.

Faith Alkaylani steigt als einer der ersten Iraker aus. Mit schickem Jacket und der gegelten Frisur sieht er eher aus, als käme er gerade aus dem Büro und nicht von einer 14-stündigen Reise. Kaum entdecken ihn seine Bekannten, wird er unter Jubel mit einem Regen aus Schokobonbons begrüßt. „Das sind Verwandte meiner Frau“, sagt er in Englisch. Vier Stunden Flug habe er hinter sich. Und dann noch die Busreise von Hannover nach Friedland. Seit dem Morgen sei er unterwegs. 

Dann dreht sich Alkaylani wieder zu seinen Freunden um und plaudert pausenlos in arabisch weiter. Seine Augen leuchten, unentwegt muss er lächeln. Viele der Flüchtlinge werden herzlich von Verwandten oder Bekannten begrüßt. Eine Frau mit Kopftuch und zwei Kindern stehen etwas abseits. Sie wolle nichts sagen, erklärt ein Dolmetscher. Vor allem nichts über die politische Verfolgung in ihrem Heimatland.

Die Flüchtlinge gehören zum zweiten Kontigent der 2500 zum Großteil arabischen Christen, die ein dauerhaftes Bleiberecht in Deutschland erhalten sollen. Die Aufenthaltsgenehmigung ist zunächst auf drei Jahre beschränkt. Sobald sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten, können sie den Wohnort selbst bestimmen. Bis dahin wird für sie entschieden: Lagerleiter Heinrich Hörnschemeyer erklärt, dass die Flüchtlinge innerhalb der nächsten zwei Wochen auf die Bundesländer verteilt werden. Dabei wolle man darauf achten, dass sie in Städte umziehen, in denen schon Verwandte leben. Bereits im März kamen die ersten 118 Flüchtlinge im Zwischenlager an.

Ein Video von der Ankunft der Flüchtlinge im Lager Friedland gibt es hier

                                                                                                                              Von Florian Heinz

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