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Bongartz weiht Göttinger Citykirche ein

St. Michael Bongartz weiht Göttinger Citykirche ein

Bis auf den letzten Platz besetzt war die Kirche St. Michael am Sonntagnachmittag. Nach der Neugestaltung des Innenraums, die im Vorfeld für heftige Debatten gesorgt hatte, nahm der Hildesheimer Weihbischof Heinz-Günter Bongartz die Wiedereinweihung vor.

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Weihe des Marmor-Taufbeckens in der Mitte der neu gestalteten St.-Michael-Kirche.

Quelle: Heller

Göttingen. Mit einer „Leichenhalle“ verglich eine Frau die strahlend weiße Kirche. Und ein junger Mann sprach mit Blick auf den leer geräumten Innenraum kopfschüttelnd von einer „protestantischen Versammlungsstätte“. Doch mit Namen wollte sich kein Kritiker zitieren lassen. „Die Kirche ist nicht für uns, sondern für die kommenden Generationen gestaltet worden“, sagte Rudolf Lehnick. „Ich bin ganz angetan von der Helligkeit des Raumes.“

 
„Die Kirche sieht völlig anders aus als früher“, erklärte Sylvia Helferich. Entscheidend sei aber, dass Gott die Gebete der Menschen dort auch in Zukunft „hören und erhören“ werde. An der zentralen Lage der Kirche mitten in der Stadt habe sich nichts geändert. „Schlicht, aber edel“, meinte Gisbert Böning anerkennend zu dem Gotteshaus. Piero Ferrarese erklärte nach dem Gottesdienst: „Jede Kirche ist schön, wenn sie voll ist.“

 
Göttingens lutherischer Superintendent äußerte in einem Grußwort, wie gut ihm der weiße Taufbrunnen mitten in der Kirche gefalle. Mit der Taufe, so Selter, beginne ein Christ seinen Weg zu Gott. Bürgermeister Wilhelm Gerhardy (CDU), der bereits als Ministrant in St. Michael gedient hat, zeigte sich begeistert vom strahlenden Weiß. Göttingens leitender katholischer Geistlicher, Dechant Wigbert Schwarze, freute sich, dass die Jungen und Mädchen der nahen katholischen Bonifatius-Schule nun „in einer modernen Kirche das Christsein lernen“ würden.

 
Weihbischof Bongartz betonte in seiner Predigt, dass sich ein Christ nicht an der Mehrheitsmeinung orientieren sollte. Zwar bestimme sie die Zusammensetzung der Regierung und die Aktienkurse, aber die christliche Botschaft sei nicht immer mehrheitsfähig. Aufgabe eines Christen sei es, die Wunden der Menschen zu heilen. Aktuell heiße das, sich um die Flüchtlinge zu kümmern.

 

Von Michael Caspar

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