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Brache statt Traumwelt

Nach Sternkino-Abriss Brache statt Traumwelt

Wo einst Hollywoods Traumwelten lockten, ist es derzeit öd und leer. Seit dem Abriss des Sternkinos vor mehr als einem Jahr liegt das Gelände in der Göttinger Sternstraße brach. Nichts deutet daraufhin, dass hier künftig zwei viergeschossige Stadtvillen mit zusätzlichem Dachgeschoss stehen sollen. Keine Baumaschinen, keine Hinweistafel auf das Vorhaben.

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Öd und leer: 3000 Quadratmeter beste Innenstadtlage. Hier stand bis 2011 das traditionsreiche Sternkino.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Das soll sich nach Angaben vom Investor und Eigentümer der Fläche, Wolfgang Wucherpfennig, ab Herbst ändern.

Dann soll mit dem Bau der beiden Häuser begonnen werden, sagt der Geschäftsführer der W&M Immobilien GmbH aus Klein Lengden. Der Stadtverwaltung liegen die Bauanträge für zwei Wohnhäuser und eine Tiefgarage vor. „Die Baugenehmigung ist noch nicht erteilt. Es gibt noch Abstimmungsbedarf, allerdings sind das keine unüberwindbaren Hürden“, sagt Verwaltungssprecher Detlef Johannson auf Tageblatt-Anfrage.

Pro Haus sollen nach den Plänen der Investoren bis zu 14 Zwei- bis Sechs-Zimmer-Wohnungen plus zwei Penthouse-Wohnungen entstehen – zwischen 75 und 260 Quadratmetern Größe. „Die Vermarktung hat begonnen“, sagt Wucherpfennig. Viele Wohnungen seien bereits für Interessenten reserviert. „Aber noch nicht alle.“ Bei den Interessenten handele es sich überwiegend um „Personen, die in der Stadt ihren dritten Lebensabschnitt“ beginnen wollen oder um „junge, beruflich engagierte Paare“, beschreibt Wucherpfennig.

So sollen die beiden neuen Häuser an der Sternstraße künftig aussehen. ©Göttinger Architekten Werkstatt

Quelle:

Wenige Familien interessiert

Bisher hätten nur „wenige Familien“ Interesse bekundet. Die Preise für einen Quadratmeter Wohnfläche liegen bei 2500 bis 2800 Euro. Den Preis für einen Tiefgaragenplatz geben die Investoren mit bis zu 20 000 Euro an.

Nach Anwohnerprotesten hatte sich die Aufstellung des Bebauungsplanes für das Areal immer wieder verzögert. Sie fürchteten eine zu enge Bebauung und dadurch einen Schattenwurf durch die Neubauten, der ihre Wohnungen verdunkelt. Erst in der Juli-Sitzung des Rates der Stadt gab es nach Änderungen grünes Licht für das Vorhaben. Die Gebäudetiefe wurde reduziert, die Häuser bekommen statt Flachdach ein Satteldach. Ihre Höhen orientieren sich an der Bebauung am Feuerschanzengraben und dem Gebäude Sternstraße 10/12.

Im Februar 2011 gab es im traditionsreichen Sternkino nach mehr als 60 Jahren die letzte Vorstellung. 1949 hatte die Firma Hugo Stinnes die ehemalige, 1936 gebaute Reithalle in ein damals modernes Lichtspielhaus umgebaut. Das Gelände gehörte einst zur Wörth-Kaserne.

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