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Brachland bei Gelliehausen soll nicht zu Dauergrünland werden

Gegen Wertverlust für Trinkwasserschutz Brachland bei Gelliehausen soll nicht zu Dauergrünland werden

Für Henning Herbst ist es eine Minute vor 12 Uhr. Der Landwirt kommt nicht darum herum, das Brachland im Wasserschutzgebiet bei Gelliehausen umzubrechen. Nach Vorgaben des Bundes und der Länder werden länger als fünf Jahre begrünte Brachen jetzt als Dauergrünland eingestuft.

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Bauern sorgen sich um Brachland. Es soll nicht zu Dauergrünland werden.

Quelle: Hinzmann

Gelliehausen. Mehr als die Hälfte ihres Werts geht damit verloren. Kaum ein Landwirt könne das hinnehmen, sagt Herbst, noch dazu, wenn es sich um Pachtflächen handelt. Er hat sich deshalb dazu entschlossen, die Fläche am Brunnen wieder zu beackern.

Vor einem solchen Schritt stehen alle Landwirte, die Land in Wasserschutzgebieten bestellen. Denn ist eine Fläche erst zu Grünland geworden, kann dort nichts mehr angebaut werden. Für Pächter ist das umso mehr ein Problem, als dass sie laut Vertrag dazu verpflichtet sind, den Zustand des gepachteten Lands zu erhalten: Wer möchte schon gern wertvolle Ackerflächen verpachten und sie als im Wert gemindertes Grünland zurückbekommen? Doch nur Grünland, auf dem keine Pflanzenschutz und Düngemittel eingesetzt werden, helfe, dass die Nitratbelastung im Trinkwasser sinke.

Landwirt Dieter Versteegen aus Sattenhausen besitzt auch Brachflächen im Wasserschutzgebiet nahe des Dorfes. „Niemand möchte, dass der Status geändert wird“, sagt er. Mit der Bewirtschaftung als Grünland sei die Nitratbelastung im Wasserschutzgebiet Dachsberg um einiges unter den Grenzwert gesunken. Nachdem er das Land einmal umgebrochen habe, sei die Belastung wieder stark in Richtung Grenzwert gestiegen.

In Trinkwassergewinnungsgebieten würden Brachen in der Kooperation Trinkwasserschutz seit rund 20 Jahren gefördert, sagt Michael Wildenhayn von der niedersächsischen Landwirtschaftskammer. Der Nitratgehalt im Wasser sei dadurch um einiges gesunken. Dafür arbeiteten Landwirte und Wasserversorger eng zusammen. Schon 2011 hätten sie in Gelliehausen an derselben Stelle mit Renate Thole vom niedersächsischen Umweltministerium gestanden. „Schade, dass nichts passiert ist“, sind sich die, die für den Wasserschutz arbeiten, einig.

Von Ute Lawrenz

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