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Brandschützer brauchen Verstärkung

Feuerwehr Knutbühren Brandschützer brauchen Verstärkung

2011 sorgte ein Dachstuhlbrand für einen Großeinsatz. „Unsere Feuerwehr war als Erste vor Ort“, sagt Norbert Siebold. Während damals weitere Ortswehren und Profis den Brand löschten, könnte es in naher Zukunft sein, so Siebold, dass sich Knutbührener zuerst mit Gartenschläuchen selber helfen müssten, bevor reguläre Löschtrupps anrücken würden.

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„Es geht darum, den Hintern hochzukriegen“: Holger Düe-Laudien während der Infoveranstaltung im Feuerwehrhaus.

Quelle: Kirchhoff

Knutbühren. Dieses Szenario entwarf der 63-Jährige jetzt während eines Bürger-Informationstreffens. Der Brandbekämpfer beendet seinen ehrenamtlichen Einsatz im November. Abgänge weiterer Mitglieder würden folgen. Ohne Siebert zählt der örtliche Löschtrupp neun Aktive – 23 fordert das Brandschutzgesetz des Landes, sagt Ortsbrandmeister Heiko Schellhase. „Ab 15 Aktiven aufwärts, das wäre für uns schon wunderbar“, so der 47-Jährige. Ist es aber nicht.

Starkes Interesse

Deshalb hatte die Freiwillige Feuerwehr alle Bürger mit einem Info-Blatt zur Lagebesprechung eingeladen. „Leider sind nur wenige Einwohner da“, sagte Siebert kurz vor Beginn. 90 Minuten später war er überrascht: „Als Moderator habe ich starkes Interesse gespürt. Ich hoffe, dass die Aussagen ins Dorf weitergetragen werden.“ Schellhase bestätigt: „Zwar war von den unter 35-Jährigen keiner da, aber die Aussprache war sehr gut.“

Ortsbürgermeister, Ortsräte, beide Leiter der Berufsfeuerwehr und der Chef der Freiwilligen Feuerwehr Göttingen waren dem alarmierenden Anlass entsprechend anwesend. Und zehn Bürger, darunter vier potenzielle Kandidaten, die sich zu Wort meldeten – drei im Alter über der Wunschvorstellung des Ortsbrandmeisters. Ein Neubürger, junger Familienvater, war bereits in einer Feuerwehr aktiv – er bekundete Interesse.

Mehr als Brandschutz

Die Haltung von Holger Düe-Laudien traf auf offene Ohren. Seit vier Jahren sei er passives Mitglied der Ortswehr. „In diesem Jahr musste ich zum ersten Mal erleben, dass es kein Osterfeuer gab. Hier geht es nicht nur um Brandschutz, sondern auch um die Dorfgemeinschaft. Da fehlt was fürs Dorf“, sagte der 49-Jährige. „Es geht darum, den Hintern hoch zu kriegen. Ich muss mich selbst fragen: Wie wichtig ist das Dorf für mich?“

Karsten Wahmke war in anderen Orten Feuerwehrmann – sein Rat: „Aus meiner Erfahrung ist es wichtig, mehr Kinder und Jugendliche an die Freiwillige Feuerwehr heranzuführen“, so der 46-Jährige. Stadtbrandmeister Holger Lehrum, Leiter der 13 Freiwilligen Feuerwehren in Göttingen, fordert von der Landesregierung: „Wenn es um dauerhaftes Ehrenamt geht, muss sie unter anderem für mehr Ausbilder sorgen. Auch Anreize in der Altersversorgung wären ein Beitrag. Nicht das Dorf hat Schuld. Auch die Rahmenbedingungen sind wichtig.“

Von Stefan Kirchhoff

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