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Brandstifter muss in die Psychiatrie

Gutachter sieht Wiederholungsgefahr Brandstifter muss in die Psychiatrie

Wegen versuchter schwerer Brandstiftung ist ein 27 Jahre alter Göttinger in einem Sicherungsverfahren in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht worden. Ein Gutachter hielt den an einer Psychose leidenden Mann für schuldunfähig. Es bestehe allerdings Wiederholungsgefahr.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Der Mann hatte am 6. Augsut 2015 in seinem Apartment in der Groner Landstraße Papier, Stahlwolle, eine Platzpatrone und eine Farbspraydose übereinandergetürmt und diese Konstruktion sodann in Brand gesetzt. Nur durch Glück kam es nicht zur Explosion und womöglich zu einem Vollbrand. Im Treppenhaus des Geäudes hatte er zudem einen vollgehängten Wäscheständer mit einem Feuerstrahl aus einer Farbdose in Brand gesteckt. An die Taten, so seine Aussage, erinnere er sich nicht.

Das Gericht hielt seine Täterschaft für erwiesen. Am Montag ging es nur noch darum, ob von dem Mann weitere Gefahren ausgehen. Ein psychiatrischer Sachverständiger attestierte dem Beschuldigten eine Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis. Widersprüche habe es zwar zwischen seinen Aussagen zu regelmäßigem Drogenkonsum und den tatsächlich in seinem Blut nachgewiesenen nur geringen Drogenrückständen gegeben. Dennoch müsse mit großer Wahrscheinlichkeit von neuerlichen Taten ausgegangen werden, wenn der 27-Jährige wieder unter ähnlichen Druck gerate wie zur Tatzeit.

Was genau der Auslöser für die Tat und das nach Darstellung des Beschuldigten vollständige Vergessen des Ablaufs war, konnte der Gutachter nicht klären. Festgestellt wurden hirnorganische Veränderungen, die einer Epilepsie gleich kommen. Diese könnten aber auch Folge der Medikamentierung gegen die Psychose sein. Auch in der vorübergehenden Unterbringung war der 27-Jährige einmal völlig ausgeflippt und hatte Mobiliar zerschlagen. Schon deshalb bedürfe es einer psychiatrischen Behandlung unter dauernder Aufsicht. Bei entsprechender Diagnostik und Therapie, so Sachverständiger und Gericht, sei aber schon binnen weniger Monate eine Entlassung denkbar.       

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