Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
„Wichtig wie Wasser und Strom“

Breitbandinternet in Göttingen „Wichtig wie Wasser und Strom“

Nahezu alle Haushalte des neuen Landkreises Göttingen sollen 2018 Zugang zu schnellem Internet haben. Ziel ist, für mindestens 95 Prozent der Haushalte eine Übertragungsrate von mindestens 30 Mbit/s und für 85 Prozent 50 Mbit/s und mehr anbieten zu können, erklärt der Göttinger Landrat Bernhard Reuter (SPD).

Voriger Artikel
Ewald Orthgies: Ein Leben für den Sport
Nächster Artikel
„Stolzer sein, in einer Demokratie zu leben“

Anschluss an das Breitband-Internet: Netzwerkkabel in einem Schaltschrank.

Quelle: David Ebener/dpa

Göttingen. Die Entscheidung, ob für eine flächendeckende Breitbandversorgung der neue Landkreis ein eigenes Netz erstellt (Eigenausbau) oder den Ausbau durch ein Telekommunikationsunternehmen über eine Finanzierungszusage ermöglicht (Deckungslückenmodell), treffen im Juni die Kreistage Göttingen und Osterode. „Dem Göttinger Kreistag werde ich das Deckungslückenmodell vorschlagen“, teilt Reuter mit. „Die Arbeiten können im kommenden Jahr beginnen.“ Schnelles Internet sei „heute so wichtig wie die Versorgung mit Wasser und Strom“.

Vorgabe ist, dass der Ausbau im neuen Landkreis bis Ende 2018 abgeschlossen wird. Eine Strukturplanung habe ergeben, dass der Ausbau machbar sei. „Es wird nicht am Geld scheitern“, sagt Reuter und verweist auf die Förderung aus Landes-, Bundes- und EU-Mitteln. An den Kosten für den Breitbandausbaus müssten sich die Gemeinden sowohl im Landkreis Göttingen wie auch im Landkreis Osterode nicht beteiligen.

„Der Breitbandausbau“, kommentieren die Fraktionsvorsitzenden im Göttinger Kreistag, Reinhard Dierkes (SPD) und Martin Worbes, (Grüne), das Vorgehen, „ist ganz sicher einer der wichtigsten Beschlüsse, die der Kreistag am Ende dieser Wahlperiode noch zu fassen hat.“ Nicht nur im privaten Gebrauch, sondern auch im unternehmerischen Bereich sei schnelles Internet „die unbedingte Voraussetzung für eine zukunftssichere Entwicklung. Es darf nicht mehr vorkommen, dass die Ansiedlung von Unternehmen in den ländlichen Gebieten daran scheitert, dass diese die heute vorausgesetzte Infrastruktur für schnelle Internetkommunikation nicht vorfinden.“

Zuschussmodelle

Beim Deckungslückenmodell wird einem Telekommunikationsunternehmen ein Zuschuss gezahlt, damit es Breitbandinfrastrukturen errichtet und betreibt. Im Betreibermodell hingegen erstellen die Kommunen die Infrastruktur selbst und verpachtet sie an einen Betreiber. Erfahrungen zeigen, dass der öffentliche Zuschuss meist deutlich geringer ist als die Summe für den Aufbau einer eigenen Breitbandinfrastruktur. Weil die Kommunen nicht direkt am Netzausbau beteiligt ist, wird das wirtschaftliche Risiko auf den Betreiber verlagert.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016