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Breite Zustimmung für Göttinger China-Restaurant

"Essen gehört nicht in die Tonne" Breite Zustimmung für Göttinger China-Restaurant

Fünf Euro Zuschlag erhebt das Göttinger China-Restaurant Kaiserpalast von jenen Gästen, die sich zuviel auf den Teller geschaufelt haben, sodass ein Großteil des Essens weggeworfen werden muss. Die Reaktionen auf den Tageblatt-Artikel zum Thema sind eindeutig: Gut so, Essen gehört nicht in die Tonne.

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Quelle: be/Archiv

Göttingen. Kaiserpalast-Inhaber Lin Ping freut sich, dass die große Mehrheit der Reaktionen auf seinen Zuschlag positiv ausfällt. Auch von seinen Gästen habe er bisher überwiegend Zustimmung vernommen. Stammgast Rudolf Göbel sagt zum Beispiel: „Essen wegzuschmeißen ist ein No-Go.“ Der 72-jährige Göttinger erinnert an den „fürchterlichen Winter 1948/49“, als die Menschen nicht viel zu Essen gehabt hätten. „Das schlimmste war der Hunger“, so Göbel, deshalb habe er auch kein Verständnis dafür, „wie sich manche Leute am Büfett benehmen“. Die Extra-Gebühr im Kaiserpalast finde daher seine volle Unterstützung.

 
Im Tageblatt-Forum schreibt „Onkel Ollo“: „Wenn ich im Urlaub auf dem Schiff oder im Hotel sehe, wie voll sich einige Gäste die Teller hauen und welche Mengen vom Personal anschließend in die Mülltonne geworfen werden, dann finde ich die Erziehungsmaßnahme des China-Restaurants vollkommen okay.“ Würden auf diese Weise „die ganz offensichtlich Hemmungslosen“ herausgefischt, heißt es in dem Forumbeitrag weiter, „dann sollten das auch alle andere Restaurants so machen“. Das schlägt auch Larissa Freitag in ihrem Facebook-Kommentar vor. „In vielen Ländern gibt es kaum oder wenig Nahrung und wir sollen das Zeug wegschmeißen?“ Sie findet den Aufschlag richtig.“ Damit liegt Freitag mit den meisten Meinungsäußerungen der Facebook-Diskussion auf einer Wellenlänge. „Warum nicht die Gier nach dem Schlemmen etwas bremsen“, fragt sich etwa Eric Ohle. „Es fehlt halt vielen auch der Respekt vor dem Essen. Wir haben es doch, und was nicht gebraucht wird, schmeißen wir einfach weg. Das ist leider der falsche Weg,“ postet Marco Gerwin. „Suill-gi M. Schawe“ schreibt zum Zuschlag: „Richtig so! Essen ist kostbar und auch wenn das für viele selbstverständlich ist, schadet es nicht, sich ab und zu vor Augen zu halten, dass das für viele Menschen nun mal nicht so ist“. Und Saskia Kirchhoff erinnert sich: „Meine Mama hat immer gesagt, nimm dir ein bisschen und wenn du Hunger hast dann nimm dir noch was.“

 
Als Gastronomie-Beschäftigter bezeichnet auf Facebook Florian Haß den Zuschlag als „Top Aktion“. Manch einer könne sich gar nicht die Dimensionen vorstellen, die täglich in der Tonne landen, „nur weil es Gäste gibt, die maßlos übertreiben“, heißt es in seinem Beitrag.

 
„Dieses ,All you can eat‘ ist eine unsinnige Werbemasche,“ meint Koch Jens Straten in seinem Facebok-Post. Derk Cremer schlägt in seinem Beitrag „kleine Teller“ vor und David Herbst empfiehlt: „Ein bisschen Maß halten muss schon sein“.
„Sowas sollte im Büfett-Preis mit eingepreist sein“, ist hingegen die Meinung von Facebook-Nutzer Feli Ks. Und im Tageblatt-Forum kommentiert „msm“: „Wem der Aufschlag nicht passt (...), der muss dann demnächst rechnen, dass es ein ,Buffet light‘ gibt, und das bisherige (Maxi-)Buffet verdoppelt sich dann im Preis.“

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