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Brief mit aufgemalter Karte kommt an

Engagierter Postbote in Göttingen Brief mit aufgemalter Karte kommt an

Der Bericht über einen Brief, den ein isländischer Briefträger anhand einer auf den Umschlag gezeichneten Karte zustellte, hat vergangenen Woche für Aufsehen gesorgt. Ein Einzelfall? Wohl kaum, wie ein ähnlicher Fall aus Göttingen beweist.

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Kurioser Weise kannte der Absender immerhin die Nachbarstraßen.

Quelle: R

Göttingen. Den Bericht über den engagierten isländischen Postboten hatten auf der Tageblatt-Facebook-Seite auch Yvonne Bauer und Martin Zeh gelesen - und sich erinnert. Denn Ähnliches haben die beiden um das Jahr 2000 herum auch in Göttingen erlebt. Damals wohnten Bauer und Zeh im Schiefer Weg. Zehs Kindergarten-Freund Thomas schickte den beiden einen Brief aus Spanien, ebenfalls mit einer handgezeichneten Karte.

Bauer  las von dem isländischen Brief und fand den Umschlag von damals wieder. „Eigentlich wollte uns Thomas eine Postkarte aus dem Urlaub schreiben, aber da passte die Straßenkarte nicht drauf“, sagt Zeh. Auf dem Umschlag standen nur ihre Namen und der Ort, aber keine Adresse. „Nicht einmal die Hausnummer oder die Postleitzahl stimmen darauf“, sagt Zeh. Dafür hatte der Absender eine freundliche Botschaft an den Zusteller hinterlassen: „Lieber Postbote! Dies ist kein Rätsel; ich habe die Adresse (Straßennamen) wirklich vergessen. Danke im Voraus. Thomas“. Und der Postbote kam der Bitte tatsächlich nach und stellte den Brief zu.

In der Pressestelle der Deutschen Post in Hamburg löste der Fall am Mittwoch Staunen und Verwunderung aus. „So einen Brief haben wir hier noch nie gesehen“, sagte Pressesprecher Jens-Uwe Hogardt und lobte gleichzeitig den Zusteller, der den Brief damals ans Ziel gebracht hatte: „Das muss ein ganz kreativer Postbote gewesen sein.“ Lustig sei vor allem, dass dem Absender offenbar die Nachbarstraßen eingefallen seien, aber nicht die Straße, an der die Adressaten wohnten. Zudem sei die Anrede des Verfassers ja auch „nett geschrieben“.

Dennoch, so Hogardt: „Es ist keine Pflicht, so etwas zuzustellen.“ Ein Brief müsse zwingend Name, Straße und Hausnummer sowie Postleitzahl und Ort enthalten, damit er zugestellt werden könne. Wenn er aus dem Ausland abgeschickt wird, müsse auch noch „Deutschland“ oder „Germany“ darauf vermerkt werden.

Die Freundschaft zwischen Bauer, Zeh und Thomas überstand übrigens, genau wie der Umschlag, all die Jahre. Einige Zeit, nachdem er den Gruß aus Spanien schickte, war Thomas Trauzeuge bei Zeh und seiner heutigen Frau.

Haben Sie auch ein ähnlich kurioses Erlebnis mit der Post oder einem Postboten gehabt? Dann schreiben Sie uns. Die Autoren erreichen Sie unter:

b.bielefeld@goettinger-tageblatt.de / Twitter:  @zweibb

a.fuhrmann@goettinger-tageblatt.de / Twitter: @elba79

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