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Britisches Duell interessiert in Göttingen nicht

England gegen Wales Britisches Duell interessiert in Göttingen nicht

Was in Großbritannien die Massen in die Pubs strömen lässt, reißt in Göttingen niemanden vom Hocker: England trifft bei der Fußball-Europameisterschaft auf Wales, und das Interesse ist gelinde gesagt so groß wie die Wahrscheinlichkeit eines Triumphs der Engländer im Elfmeterschießen.

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Gähnende Leere im "The Queens Head" während des Spiels.

Quelle: Heller

Göttingen. Nirgends „Three lions on the shirt“, keiner, der „God save the Queen“ mitschmettert - ganze acht Gäste hatten sich zum Anpfiff um 15 Uhr in den Irish Pub verirrt. Und fünf davon waren nicht gekommen, um beim Spiel mitzufiebern, sondern um ein Guinness zu genießen.

Ungünstige Zeit

Auch eher zufällig nahm Bernward Gremler aus Duderstadt mit seiner Familie vor der Leinwand im Biergarten Platz. „Das Ambiente passt ja, England spielt gegen Wales, und wir sitzen im Pub“, sagte der gebürtige Breitenworbiser, der in Göttingen unterwegs war und eingekehrt war, um seinen Durst zu löschen.

„Um diese Uhrzeit arbeiten die Leute noch. Wäre das Match abends, hätten wir volles Haus wie bei den Deutschland-Spielen“, betonte Irish-Pub-Geschäftsführer Ibrahim El-Horani. Üblicherweise steige die Zahl seiner Gäste bei Partien mit britischer Beteiligung, aber auch viele Spanier und Italiener würden im Irish Pub ihr Team unterstützen. „Sie genießen die bequeme Atmosphäre und unser Angebot“, betont der Palästinenser.

42 Minute: Gareth Bale bringt Außenseiter Wales per sehenswertem Freistoß in Front, was im Pub allenfalls einige Lacher über das Straucheln der favorisierten Engländer hervorruft. Kein Jubel und (leider) keine Torwart-Witze nach dem Fehlgriff von Keeper Joe Hart. Lediglich El-Horani scherzt: „Wenn ich 100 Millionen Euro wert wäre, würde ich auch jeden Tag ein Tor schießen.“

Wenigstens einer jubelt

Gähnende Leere herrscht auch im „The Queen's Head“, wo niemand das Derby verfolgt. So sieht keiner das 1:1 durch Shooting-Star Jamie Vardy und den späteren Siegtreffer der Engländer von Daniel Sturridge. Geschäftsführer Frank Tiemann, der zu später Stunde zahlreiche britische Stammkunden hat, fragt kurz nach dem Abpfiff: „Wer hat gewonnen, England?“ Als bejaht wird, antwortet er knapp: „Na super“. Wenigstens einer, der jubelt.

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