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Brotmuseum Ebergötzen baut afrikanisches Getreide Teff an

Zarte Halme mit großem Inhalt Brotmuseum Ebergötzen baut afrikanisches Getreide Teff an

Im europäischen Brotmuseum Ebergötzen wächst ein besonderes Getreide. Teff stammt aus Afrika und sticht durch seinen hohen Nährwert und viele wichtige Inhaltsstoffe hervor. Im Restaurant Abessina wird das Getreide ebenfalls verwendet.

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Begutachten den Teffanbau (v.l.):  Esayas Afeworki und Wilhelm Bruinjes (Leiter Brotmuseum).

Quelle: Hinzmann

Ebergötzen. Die Teffhalme wiegen sich sanft im Wind. Die zarten Ähren glitzern in der Sonne.

„Das sieht ja genauso aus wie zu Hause“, freut sich Eseyas Afeworki. Er stammt aus Eritrea und betreibt mit seiner Familie das Restaurant Abessina in Göttingen. Mit Teff ist er bestens vertraut.  „Es handelt sich um die kleinste Hirseart“, erklärt Wilhelm Bruinjes, Leiter des Brotmuseums.

Wegen der Größe seiner Samen wird das Getreide auch Zwerghirse genannt. Sein hoher Gehalt an Mineralien und Proteinen macht es nahrhaft und gesund.  Außerdem ist es von Natur aus glutenfrei.

Seit etwa sechs Jahren gibt es das Getreide im Brotmuseum, allerdings nur in kleinen Mengen. Angefangen habe alles mit einer Besucherin. „Sie lebte lange in Eritrea und kannte Teff von dort“, so Bruinjes. In Äthiopien und Eritrea wird das Getreide seit Jahrhunderten angebaut und gegessen.

Bei ihrem zweiten Besuch in Ebergötzen brachte die Frau dann Samen mit. „Vielleicht können wir nächstes Jahr eine größere Fläche bepflanzen“, hofft Bruinjes. Dann will er damit traditionelles Sauerteigbrot backen.

Das Injera genannte Fladenbrot gehört in Äthiopien zu jeder Mahlzeit. Afeworki erklärt die Zubereitung des Sauerteigs: „Der Teig muss 14 Stunden Gären, dann kommen die Brote in den Ofen“. Traditionell kommen nur Teffmehl und Wasser in den Teig.

Das fertige Brot erinnert an fluffige Pfannkuchen und schmeckt leicht säuerlich. Gegessen wird mit den Händen, wobei das Brot sozusagen als Besteck dient. Teff ist aber vielseitig verwendbar und kann eine gute Alternative zum herkömmlichen Getreide sein.

Das Europäische Brotmuseum in der Göttinger Straße 7 in Ebergötzen (Parkplatz an der Bergstraße) ist Dienstag bis Sonnabend von 9:30 Uhr bis 16:30 Uhr sowie Sonntag und Feiertags von 9:30 Uhr bis 17:30 Uhr, Montags ist Ruhetag. Im November ist nur an den Wochenenden geöffnet. Ab Dezember bis Ende Februar ist Winterpause.

Gras aus Eritrea

Teff wird vor allem in Eritrea und Äthiopien angebaut. Es gehört zu den Gräsern und enthält sehr kleine Samen. Es ist reich an Proteinen, Vitaminen und Mineralien.

Zudem ist es glutenfrei. Damit ist es eine gute Alternative zum herkömmlichen Getreide. Wegen seines hohen Nährstoffgehalts ist es inzwischen auch in Europa und Amerika gefragt.  In Afrika wird es vor allem zur Herstellung des traditionellen Sauerteig-Fladenbrotes Injera genutzt.

Von Finn Lieske

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