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Brunnenfundamente am Alten Rathaus Göttingen sollen verschwinden

Zugeschüttet Brunnenfundamente am Alten Rathaus Göttingen sollen verschwinden

Die archäologische Untersuchung auf dem Markt entwickelt sich zum Publikumsmagnet: Die Grabung vor dem Alten Rathaus lockte auch gestern wieder hunderte von Menschen an.

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Am Dienstag sichern Archäologen die Funde am Markt: Die massiven Fundamente des 1558 errichteten Brunnens samt Zuleitung werden ab heute wieder zugeschüttet.

Quelle: Heller

Göttingen. Aber wohl nicht mehr lange: Die Dokumentation der Reste des Brunnens aus dem 16. Jahrhundert wurde am gestrigen Dienstag abgeschlossen. Danach werde der freigelegte Brunnenbereich wieder überdeckt, also zugeschüttet, erklärt Stadtsprecher Detlef Johannson: „Auch dieser Bereich des Marktes steht dann ab Mittwoch für den Fortgang der Bauarbeiten wieder zur Verfügung.“

Anfang vergangener Woche waren die Brunnenreste bei den Vorbereitung für die Neupflasterung des Marktes entdeckt worden. Bis zum Dienstag dieser Woche legten die Archäologen einige Meter der Wasserzuleitung samt Gewölbeabdeckung und die massiven Fundamente des Brunnens frei.

Zum Schluss kamen auch die Fundamentreste des runden Brunnens zutage, der 1558 errichtet wurde. Das runde Becken trug damals eine Löwenfigur auf einem Postament. Erneuert wurde der Brunnen um 1850.

Ab 1901 stand an der Stelle der Gänselieselbrunnen. Dieser wurde in den 1960er-Jahren an seinen heutigen Standort etwas weiter südlich versetzt.

►Kommentar: Sichtbar machen

Die Altstadt. Ein geschichtsträchtiges Kleinod, mit dem die Stadt, die Wissen schafft, so gern hausieren geht. Wann immer sie es kann, preist sie sie an, als ein Stück Lebensqualität, das das Leben in Südniedersachsen erst lebenswert macht. Seit Jahren werden dort die Straßen in der Fußgängerzonen herausgeputzt.

Dass nun historisches Gemäuer und ein Brunnen aus dem 16. Jahrhundert durch eben jene Aufhübschungsarbeiten auf dem Markplatz zum Vorschein kommen, ist ein Glücksfall. Und eine Chance.

Warum eigentlich soll der freigelegte Brunnen – auch wenn er archäologisch vielleicht nicht wertvoll ist – wieder unter Granitplatten verschwinden und nur noch in Dokumentationen spärliche Beachtung finden?

Warum wird dieses Stück Stadtgeschichte, dieser Treff- und Handelspunkt vergangener Tage nicht sichtbar gemacht? Ein archäologisches Fenster, das mit Glas im Boden Einblicke gewährt, oder ein dünnes Metallband, das die Konturen des Brunnens im Pflaster nachzeichnet, wären möglich.

Lösungen, auch zu einer Finanzierung, gibt es sicher. Da ist das bloße Zuschütten die einfachste, schnellste und billigste. Leider aber auch die unbefriedigendste.

Von Michael Brakemeier

Michael Brakemeier

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Trotz der nicht vorgesehenen archäologischen Erkundungen auf dem Göttinger Marktplatz wird die Neupflasterung im geplanten Zeitrahmen bleiben. Auch der pünktliche Beginn des Weihnachtsmarkts sei nicht gefährdet, erklärte Stadt-Sprecher Detlef Johannson auf Tageblatt-Anfrage.

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