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Brunnenschacht im Hof in Hann. Münden entdeckt

Überraschungsfund Brunnenschacht im Hof in Hann. Münden entdeckt

Die Hann. Mündener Altstadt hat viele sichtbare Schätze. Das Weserrenaissance-Schloss und das Rathaus zum Beispiel. Oder aber die hübschen Fachwerkhäuser. Und es gibt viele versteckte Schätze.

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Erkundung des jüngsten Funds auf Fritz Fehrensens Grundstück.

Quelle: Hinzmann

Hann. Münden. Einen davon haben am Dienstag Arbeiter einer Baufirma entdeckt, als sie eine Betonplatte auf dem Hof des ehemaligen Eisenwarenhandels Meurer an der Marktstraße 11 entfernten. Zutage trat ein gemauerter Brunnenschacht. Das allein wäre noch nicht sonderlich spektakulär, wohl aber die Tatsache, dass der Brunnen bei seiner Stilllegung nicht verfüllt wurde. Das überraschte nicht nur Anja und Fritz Fehrensen, Eigentümer des Grundstücks samt angrenzender Scheune von 1640 und Kemenate, dem vermutlich ältesten Gebäude der Stadt.

Denkmalaktivist Bernd Demandt, der, von Fritz Fehrensen informiert, als erster mit einer Leiter in den etwa sechs Meter tiefen Schacht stieg, sagte zu dem Fund auf dem Meurer-Hof: „In den vergangenen 15 Jahren sind einige Brunnen in Hann. Münden gefunden worden. Diese waren allerdings alle verfüllt worden, nachdem sie aufgegeben worden waren.“ Demandt glaubt, dass der jetzt aufgetauchte Brunnen „der einzige ist, der im ursprünglichen Zustand belassen worden ist“.

Am Mittwoch haben sich Stadtarchivar Stefan Schäfer und Denkmalpfleger Burkhard Klapp den sehr gut erhaltenen Brunnenschacht angeschaut. Auch sie teilen Demandts Einschätzung. „Dass der Brunnen nicht zugeschüttet wurde, ist schon eine Überraschung“, kommentierte Schäfer. Er schätzt, dass der Brunnen um 1900 aufgegeben wurde, da in dieser Zeit die zentrale Wasserversorgung der Stadt gebaut und in Betrieb genommen wurde. Wie viele Brunnen es auf privaten Grundstücken in der Mündener Altstadt gibt, könne man nur erahnen, sagt Schäfer.

Die Betonplatte deckte den Schacht vermutlich seit den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts ab. Seinerzeit war die historische Scheune umgebaut worden. Für Fehrensens ist es der nunmehr dritte Brunnen, den sie seit 2009 auf ihrem Grundstück freigelegt haben. Der jetzt entdeckte Schacht soll langfristig sichtbar bleiben und vorerst eine Abdeckung mit Holzbalken und eine Steineinfassung bekommen, kündigen Anja und Fritz Fehrensen an.

Von Britta Eichner-Ramm und Christina Hinzmann

©Hinzmann

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