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Bruno-Jung-Weg soll umbenannt werden

Kulturausschuss Göttingen Bruno-Jung-Weg soll umbenannt werden

Weil sich der ehemalige Göttinger Oberbürgermeister Bruno Jung im Nationalsozialismus schuldig gemacht hat, soll der nach ihm benannte Bruno-Jung-Weg im Ostviertel umbenannt werden. Das hat der Kulturausschuss der Stadt einstimmig empfohlen.

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Der angrenzende Lou-Andreas-Salomé-Weg soll erweitert werden und den Bruno-Jung-Weg ersetzen.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Jung war von 1926 bis 1938 Oberbürgermeister. Er war zwar nicht Mitglied der NSDAP, hat sich aber dem Regime angepasst. Durch jüngere Forschungen wurde zudem bekannt, dass Jung nach seiner Göttinger Zeit von den Nazis als Landrat in Luxemburg eingesetzt wurde, wo er junge Menschen in den Zwangsdienst presste und einen Streik durch standrechtliche Erschießungen niederschlagen ließ.

Aufgrund dieser Erkenntnisse soll nun der angrenzende Lou-Andreas-Salomé-Weg erweitert werden und den Bruno-Jung-Weg ersetzen. In der Sitzung beantragte Meinhart Ramaswamy (Piraten) stattdessen die Umbenennung in Hans-Adam-Weg. Adam hat 1942 in Luxemburg gegen die von Jung angewiesenen Zwangsrekrutierungen Widerstand geleistet. „Ein höchst ehrenwerter Antrag“, wie Kulturdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck (SPD) meinte.

Allerdings müsse man für diese Ehrung einen geeigneteren Rahmen finden – und keinen kurzen Weg, mit dem keine Adresse verknüpft ist. Frank-Peter Arndt (SPD) ergänzte: „Ohne Adresse würde der Name Adam nicht auftauchen, das würde der Sache nicht gerecht werden.“ Der Ausschuss beschloss einmütig, sich Hans Adam zu einem späteren Zeitpunkt anzunehmen. bk

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