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Buch über den Bramwald

Heimatkunde Buch über den Bramwald

Sechs Jahre lang hat Georg Hoffmann Material über den Bramwald zusammengetragen, der sich von Hann. Münden aus 20 Kilometer nach Norden erstreckt. 

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1957 am Fuße des Bramwalds entdeckt: Mammutstoßzahn.

Quelle: EF

Zur 50-Jahr-Feier des Naturparks Münden erscheint seine reich bebilderte Schrift „Der Bramwald im Naturpark Münden. Streifzug durch eine alte Kulturlandschaft“ im Selbstverlag. "

Das ist mein Beitrag zum Jubiläum“, meint Hoffmann. Der gebürtige Schedener wohnt in Bühren, das am Rande des Bramwalds liegt. Der Ortsheimatpfleger wandert oft in dem 8500 Hektar großen Waldgebiet, dem größten geschlossenen Forst im Landkreis Göttingen.  

Der Bramwald gehört zum Weserbergland, einem zum Teil mehr als 500 Meter hohen Buntsandsteinmassiv. „Es bildete sich vor 250 bis 200 Millionen Jahren“, berichtet Hoffmann. Damals lagerten Flüsse, die in einem Wüstenbecken endeten, Sedimente ab. Der Wind türmte den Sand zu Dünen auf. Später pressten Deckschichten den Sand zu Stein zusammen. Eisenoxide färbten ihn rot. 

Durch dieses Massiv hat sich die Weser im Laufe der vergangenen eine Million Jahre 40 Meter tief eingegraben. Mammuts bevölkerten einst die Region, wie ein 1957 im Weserkies entdeckter Stoßzahn dokumentiert. Der Sandstein ist mit seinen Gesteinsverschiebungen und Hohlräumen ein ergiebiger Grundwasserleiter. 120 Quellen entspringen im Bramwald. Das Wasser ist sehr weich, da der Stein kaum Carbonate enthält. 

„Menschen lebten bereits vor 16000 Jahren am Rande de Bramwalds“, weiß der Ortsheimatpfleger. Aus dieser Zeit stammen Faustkeile. Am Voßküppel bei Bühren wurde eine Schlagstelle entdeckt, wo vor 10000 Jahren Steinzeitmenschen ihre Werkzeuge anfertigten. Jahrtausende später, im Mittelalter, entstanden im Bramwald Eisen- und Glashütten. 

69 kulturhistorische Besonderheiten erschließt Hoffmann dem Leser auf acht Rundwanderungen, drei sind für Rollstuhlfahrer geeignet und zwei Fahrradtouren. So lüftet er das Geheimnis der Hemelner Loreley, eines Aussichtspunkts hoch über der Weser. Die Flusskapitäne sahen dort einst immer eine Frau sitzen. Es war kein Fabelwesen, sondern die Gattin des Försters, verrät Hoffmann. Die höchste Erhebung des Bramwaldes, der 408 Meter hohe Totenberg, hat nichts mit Leichen zu tun. Das Wort komme von Lateinisch totus (alle). Der abseits gelegene Berg habe der überregionalen Gemeinschaft gehört, so der Ortsheimatpfleger. Die Bramwalddörfer hätten dort keine Nutzungsrechte gehabt. 

Das 110-seitige Buch gibt es für 19,50 Euro unter anderem in der Göttinger Hölty-Stube sowie bei Lesen und Schreiben in Dransfeld zu kaufen. 

Von Michael Caspar

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