Volltextsuche über das Angebot:

° / °

Navigation:
Bühnen für Konzerte in Göttingen – Gutes Angebot für kleine Konzerte

Live ist live Bühnen für Konzerte in Göttingen – Gutes Angebot für kleine Konzerte

Immer wieder wird ein Sterben der Liveclubs in Göttingen beklagt. Aber: Stimmt das? Nein, sagt Michael Schluff vom Rockbüro. Zwar gibt es nicht immer und für jede Konzert-Größenordnung die passenden Räume, im Großen und Ganzen aber steht Göttingen mit jährlich mehr als 550 Rock- und Popkonzerten gar nicht so schlecht da. Vor allem bei neuen und jungen Künstlern ist der Auftrittsort beliebt.

Voriger Artikel
Kommunalverwaltungen befürchten Fachkräftemangel
Nächster Artikel
Niedringhaus-Preis für US-Fotografin

Unterwegs im Namen des Rockbüros: Michael Schluff und Sascha Pelzel (v.l.).

Quelle: Heller

Göttingen. Das Blue Note: geschlossen. Die Blooming Bar: dicht. Sterben Göttingens Liveclubs? „Nein“, finden Michael Schluff und Sascha Pelzel. Die beiden Mitarbeiter des Vereins Rockbüro kennen sich aus, seit vielen Jahren betreuen sie die Livemusikszene in Göttingen.

Was ist eigentlich eine Livebühne? „Da muss man deutlich unterscheiden“, sagt Schluff. Zum einen gebe es ja Kneipen und Geschäfte, in denen auch Musiker auftreten und Stätten, in denen hin und wieder ein Musikprogramm veranstaltetwird. Für Schluff und Pelzel handelt es sich aber nur dann um Liveclubs, wenn es dort eine Bühne gibt und regelmäßig, also mindestens zwei Mal im Monat, Konzerte stattfinden. „Es soll sich ja in erster Linie um eine Kultureinrichtung und nicht um eine gastronomische Einrichtung handeln“.

Und so schlecht, wie viele denken, steht Göttingen gar nicht da. Jenseits der beiden großen Veranstaltungshallen Lokhalle und Stadthalle gibt es laut Schluff  in der Stadt mindestens sieben regelmäßig bespielte Livebühnen, nämlich das Exil, den Nörgelbuff, das Apex, die Musa,  das Pools, das Stilbruch und das Juzi.  „Ende der 90er Jahre gab es hier so gut wie gar nichts“, sagt Schluff.

Rund 550 Konzerte gingen in diesen kleineren Liveclubs im Jahr 2013 über die Bühne. „2014 waren es eher noch mehr, die konkrete Zahl liegt mir noch nicht vor“, sagt Schluff. Allein im Nörgelbuff, den das Rockbüro betreibt, waren es 20 Konzerte mehr.

Göttinger Clublandschaft steht ganz gut da

So bunt das Programm der Bühnen auch ist, es klafft eine Lücke. Und zwar bei mittelgroßen Konzerten. In der Musa als größte der kleinen Bühnen können bis zu 400 Zuschauer untergebracht werden. Größere Konzerte, mit etwa 600 bis 800 Gästen, sind also kaum möglich. Die Stadthalle ist dafür zu groß, die Lokhalle mit mehr als 7000 Gästen erst recht. „Wir haben pro Jahr etwa zehn bis 15 Anfragen in dieser Größenordnung, aber ob das für eine eigene Spielstätte reicht, das ist eine Glaubensfrage“, so Schluff. Als Beispiel nennt er Bosse, für dessen Konzert keine Bühne der passenden Größe in Göttingen zur Verfügung steht. Gerade zur Zeit gebe etliche deutsche Bands, die in Hallen mit rund 600 bis 700 Gästen spielen. „Ich glaube aber nicht, dass die Nachfrage für eine solche zusätzliche Halle in Göttingen reicht“, sagt Schluff.

Für Pelzel und Schluff steht die Göttinger Clublandschaft ganz gut da – aber nur „wenn das Blue Note wieder als Konzertstätte eröffnet“.

Gerade in den kleineren Häusern sei das finanzielle Risiko, wenn nur sehr wenige Gäste kommen, nicht so groß. „In der Musa müssen wir zusehen, dass die Halle gefüllt ist. Im Buff kann ich fast alles buchen“, so Schluff.  Dreh- und Angelpunkt ist und bleibt die Finanzierung. Der Verein Rockbüro bekommt in diesem Jahr 25 000 Euro von der Stadt Göttingen um die Kultur zu unterstützen.

Damit wird beispielsweise die erfolgreiche Konzertreihe „Helden von heute“ im Exil mit finanziert. Auch das Nörgelbuff-Programm wird damit gefördert. „Wir unterstützen nur das Liveprogramm aber keine Gastronomie“, stellt Schluff klar. Das Personal am Mischpult oder an der Kasse arbeitet im Nörgelbuff zum Beispiel ehrenamtlich. „Sonst wäre das alles gar nicht möglich“.

Viele Anfragen von Bands

Göttingen. „Wir sind mit Göttingen sehr zufrieden“, sagen Nikola Müller und Christian Fiedler. Die beiden arbeiten für „obscure  concerts“. Die kleine Agentur bucht Künstler, die auch in Göttingen auftreten. Zur Zeit vermitteln sie vor allem Auftritte ins Nörgelbuff und ins ehemalige Pools. Vor einigen Jahren war die Agentur auch für viele Konzertreihen mit junger Musik im Apex verantwortlich.

Obscure organisiert vor allem kleine Konzerte, Müller und Fiedler denken aber darüber nach, eventuell auch einmal größere Konzerte in und mit der Musa zu organisieren. „Der Sprung ist aber ganz schön groß“, sagt Müller. Im Nörgelbuff können Bands auch vor kleinem Publikum spielen (maximal 100 Gäste). In der Musa sollten es schon 300 sein. Danach aber klaffe in der Livebühnenlandschaft eine Lücke. Konzerte in der Größenordnung zwischen Musa und beiden großen Hallen (Stadthalle und Lokhalle) gebe es nicht.

Müller und Fiedler organisieren ihre Konzerte ehrenamtlich, Fiedler arbeitet in einem Hostel, Müller studiert. „Wichtig ist uns, dass die Band glücklich ist“, sagt Fiedler. Und einige der Newcomer-Bands, die einst über obscure booking vor kleinem Publikum in Göttingen spielten,  stehen – wie die Mighty Oaks – heute auf ganz großen Bühnen. Anfragen von Künstlern, die in Göttingen spielen möchten, gebe es genug. „Für kleine Bands ist Göttingen mit seinen Bühnen ein sehr attraktiver und gefragter Spielort“, sagen sie.

 
Apex

Adresse:
Burgstraße 46, 37073 Göttingen
Öffnungszeiten der Geschäftsstelle:
Montag bis Freitag 10 bis 13 Uhr
Öffnungszeiten des Bistros:
Montag bis Sonnabend 17.30 bis 1 Uhr
Location besteht seit: 1971
Anzahl der jährlichen Konzerte: etwa 60 Schwerpunkte: Jazz, Kabarett
Maximale Zahl der Gäste: 95
Finanzierung des Kulturprogramms:
Förderung durch die Stadt Göttingen, den Landkreis Göttingen, den Landschaftsverband Südniedersachsen, Spenden.
Nächstes Konzert:
Sonnabend, 28. März, New Orleans Syncopators

Internet: apex-goe.de

 
[...] oder das ehemalige Pools

Adresse:
Barfüßerstraße 12-13 im Börnerviertel
Öffnungszeiten:
Täglich ab 14 Uhr, Sonntags ab 12 Uhr
Location besteht unter verschiedenen Namen schon seit mehr als zehn Jahren (Sistaz, Pools, Heimathafen), wurde im Januar von der Modo Gastronomie GmbH übernommen, das Kulturprogramm wird von einem Kulturverein kuratiert
Anzahl der jährlichen Konzerte: 30 bis 40
Schwerpunkte: Newcomer, Indie
Maximale Zahl der Gäste: Die Kellerbühne fasst rund 70 Leute, der Hof bis zu 200
Finanzierung des Kulturprogramms:
Bisher finanziert sich das Live-Programm durch Eintritt und Tanzveranstaltungen
Nächstes Konzert:
28.März: Swedenborg Raum (Halle)

Internet: facebook.com/Institut-für-angewandte-Unterhaltung

 
Exil

Adresse:
Prinzenstraße 13, 37073 Göttingen
Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Sonnabend  23 bis 5 Uhr
Location besteht seit: 2003
Anzahl der jährlichen Konzerte: 50 bis 60 Schwerpunkte: Alternative, Rock und Pop
Maximale Zahl der Gäste: 200
Finanzierung des Kulturprogramms:
Privat und Zuschuss über Rockbüro/Stadt Göttingen
Nächstes Konzert:
Donnerstag 26. März: Thorbjörn Risager

Internet: exil-web.de

 
Musa

Adresse:
Hagenweg 2a, 37081 Göttingen
Öffnungszeiten:
Konzertbeginn in der Regel 21 Uhr
Location besteht seit: 1997
Anzahl der jährlichen Konzerte: 40 Schwerpunkte: Rock und Pop
Maximale Zahl der Gäste: 400
Finanzierung des Kulturprogramms:
Eintrittseinnahmen, Eigenmittel, Sponsoren und öffentliche Zuschüsse
Nächstes Konzert:
Donnerstag, 26. März, Akua Naru

Internet: musa.de

 
Nörgelbuff

Adresse:
Groner Straße 23, 37073 Göttingen
Öffnungszeiten:
Eine Stunde vor Konzertbeginn
Location besteht seit: 1970
Anzahl der jährlichen Konzerte: 170  
Schwerpunkte:
Indierock und -Pop, ­Newcomer, lokale Bands
Maximale Zahl der Gäste: 100 bis 150
Finanzierung des Kulturprogramms:
Eintrittseinnahmen, Eigenmittel, Sponsoren und geringe öffentliche Zuschüsse
Nächstes Konzert:
Sonntag, 29, März, The bronze Medal

Internet: noergelbuff.de

 
Weitere Konzertstätten

Juzi Bürgerstraße 41.  In dem seit 1092 bestehenden, selbstverwalteten und von der Stadt finanzierten Haus, stehen regelmäßig vor allem Punkkonzerte auf dem Programm. Nächstes Konzert: Freitag, 27. März, 21 Uhr, Ska-Konzert mit Smalltown +2.

Theaterkeller Geismar Landstraße 18. Die von einem Kollektiv betriebene Café-Bar veranstaltet regelmäßig Konzerte. Das nächste: Sonnabend, 4. April, 21 Uhr, Rummelsnuff.

Stilbruch Platz der Göttinger Sieben 7. Zur Zeit gibt es in dem von einem studentischen Kulturkollektiv betrieben Club kein Programm. Zunächst muss sich das Studierendenparlament neu konstituieren.

Kantine des Jungen Theaters (JT) Hospitalstraße 6: in der Kantine steht gerade ein Betreiberwechsel an. Dort soll aber künftig, so teilte es JT-Intendant Nico Dietrich in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses mit, der Kantinenbereich wieder stärker mit in das Kulturprogramm einbezogen werden.

Livemusik ist unter anderem auch regelmäßig im  Irish Pub Mühlenstraße 4,   im Plattengeschäft  Vinyl-Reservat, Papendiek 23,  im Laden  KiM in der Angerstraße 1 oder auch in der   Buddha Lounge, Theaterstraße 11 zu hören.

Im  Gasthaus Schwülmetal, Lindenbergsweg 2, in Lödingsen treten ebenfalls regelmäßig Musiker auf, das nächste Konzert ist am  11. April ein Doppelkonzert mit  „Wait for june“ (Folkpop) und Florian Faber (Singer/ Songwriter).

Auch in der  Musikwerkstatt, Industriestraße 17 Duderstadt, werden Konzerte veranstaltet.

 
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“