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Bührener Rentner bilden mobile Einsatztruppe

„Wenn wir die Arbeit nicht machen, macht sie keiner“ Bührener Rentner bilden mobile Einsatztruppe

Ein Beschäftigungsprogramm für gelangweilte Rentner? Das seien ihre Aktionen bestimmt nicht, betonen die fünf Mitglieder der selbsternannten „mobilen Einsatztruppe“: „Wir hätten auch ohne diese Arbeiten genug zu tun“. Trotzdem treffen sich Hartmut Bührmann, Rolf Flecke, Klaus Kecker, Georg Hoffmann und Dieter Knop jeden Donnerstag für zwei bis fünf Stunden, um im Schede-Dorf allerlei nützliche Arbeiten zu erledigen.

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Zupackend: Bührener Rentner wollen Verantwortung in der Gemeinde übernehmen.

Quelle: Rudolph

Bühren. Unter anderem haben sie einen neuen Schede-Steg gebaut, auf dem Kindergartengelände den Zaun repariert und Bäume beschnitten, auf dem Kulturpfad zusätzliche Stufen angelegt und auf der Sportanlage Bänke und Tische aufgestellt, eine Mauer errichtet und den Platz begradigt.

Aus Langeweile haben sich die fünf Männer im Alter zwischen 62 und 73 nicht zusammengetan. Vielmehr deshalb, weil sie alle entweder geborene oder zumindest langjährige Bührener sind und als solche Verantwortung in der 530-Einwohner-Gemeinde übernehmen wollen. „Wir wissen doch alle, wie knapp das Geld heute ist“, sagt Bührmann.

„Die Gemeinde kann diese Arbeiten nicht bezahlen, und wenn wir sie nicht erledigen, erledigt sie keiner“. Außerdem mache das gemeinsame Werkeln sehr viel Spaß, ergänzt Kecker. „Wir nutzen natürlich die Gelegenheit, um das eine oder andere Bier zusammen zu trinken“. Belohnungen in irgendeiner Form erwarteten sie nicht, sagt Hoffmann.

„Das ist Belohnung genug“

Wenn er sonntags zum Fußball gehe und sehe, dass die Sportanlage dank seiner Arbeit um einiges schöner geworden sei, erfülle ihn das mit Stolz: „Das ist Belohnung genug.“

Die Werkzeuge und Geräte, die sie benutzen, stammen aus ihrem eigenen Besitz, ebenso die drei Trecker, welche die Männer für den Materialtransport verwenden. Und selbst das Material, das sie verbauen, besorgen sie selbst. So war beispielsweise der Schede-Steg ursprünglich mal ein Schlachtertisch, der im Keller von Rolf Flecke ein nutzloses Dasein fristete. Jetzt ermöglicht er Spaziergängern, trockenen Fußes die Schede zu überqueren.

Solange es die Witterung zulässt, will die mobile Einsatztruppe noch jeden Donnerstag raus, um sich nützlich zu machen. Und nach der Winterpause, sobald das Wetter wieder mitspielt, wollen sie wieder anpacken. Es gibt in Bühren noch genug zu tun für die fleißigen Männer.

Von Hauke Rudolph

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