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Bürger fordern „kompetenten Arbeitskreis“

Gemeinderat Gleichen Bürger fordern „kompetenten Arbeitskreis“

Reinhäuser demonstrieren für ihre Grundschule, Diemardener wollen ihre Schule behalten. Nebeneinander haben sich Eltern und Kinder beider Orte vor dem Reinhäuser Dorfgemeinschaftshaus postiert, um die Mitglieder des Gleichener Gemeinderates zu begrüßen. Zum Dauerbrenner Schulentwicklungsplanung gab es im Gremium keine Einigung. 

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Vor der Gemeinderatssitzung: Eltern und Schüler aus Reinhausen und Diemarden machen sich für ihre Schulen stark.

Quelle: Vetter

Rund 100 Gleichener Bürger verfolgten die Sitzung. In den fast 20 Jahren, die er im Rat sei, sei dies eine der wichtigsten Entscheidungen, die der Gemeinderat zu treffen habe, so Manfred Kuhlmann (SPD) zum brisantesten Thema der Tagesordnung, der Entwicklung der Schulen. 

Man dürfe Schule nicht als Kostenfaktor sehen, sagte Bärbel Diebel-Geries (SPD) und beantragte für die Sozialdemokraten, Kombiunterricht abzulehnen und sich für dezentrale Schulstandorte in Kerstlingerode mit Bremke, in Groß Lengden mit Klein Lengden und in Diemarden oder Reinhausen einzusetzen. Die Entscheidung solle in diesem Sommer fallen und zum Schuljahr 2012/13  umgesetzt werden. 

„Wenn im Dorf die Schule schließt, geht auch ein Stück Kultur verloren“, argumentierte Klaus-Werner Hanelt (BsP). Er stellte für die Gleichener Wählergemeinschaft den Antrag auf eine Bestandsgarantie für alle Gleichener Schulen bis zum Schuljahr 2014/15. In die gleiche Richtung geht der Antrag der CDU/FDP-Ratsgruppe. Um das „Totschlagargument Kosten“ zu entschärfen, schlug Dietmar Müller (CDU) die Bildung von Filialschulen vor. Für „eine Entscheidung auf solider Basis“ plädierte Vera Oesterle für die Grünen. Bis Ende des Jahres solle der Rat Qualitätskriterien entwickeln und dann eine Entscheidung treffen. 

„Lassen Sie uns heute eine Entscheidung treffen“ appellierte Gemeindebürgermeister Heinz-Jürgen Proch (SPD). Doch weder für die Erhaltung der fünf Schulen, wie CDU, FDP und BsP forderten, noch für das Modell der SPD mit drei Schulen fand sich eine Mehrheit. Mit den Stimmen der Grünen, die ihren eigenen Antrag zurückgezogen hatten, wurden beide Anträge abgeschmettert. 

Heftige Kritik an der Ratsarbeit kam von den Bürgern. Sie forderten die Bildung eines „kompetenten Arbeitskreises“ aus den Reihen der Bürger, um eine Entscheidung „im Sinne der Pädagogik und nicht der Kosten“ zu treffen. In einer Sondersitzung in vier Wochen muss sich der Rat erneut mit dem Thema befassen.

                                                                                                                   Von Ute Lawrenz

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