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Bürgerforum zum Flächennutzungsplan für Herberhausen, Nikolausberg und Roringen

Streit um Baugebiete und Naturschutz Bürgerforum zum Flächennutzungsplan für Herberhausen, Nikolausberg und Roringen

Der neue Flächennutzungsplan für die Stadt Göttingen führt auch im östlichen Bereich zu Konflikten. Bei der zweiten Beteiligungsveranstaltung für die Bürger der Dörfer Herberhausen, Nikolausberg und Roringen gab es kritische Anmerkungen zur Planung von Bau- und Naturschutzgebieten.

Göttingen. Derzeit entwickelt die Stadtverwaltung einen neuen Flächennutzungsplan. Darin wird unter anderem die Ausweisung von Bau- und Naturschutzgebieten geregelt. Ein Entwurf soll 2016 vorgelegt, der Plan 2017 vom Rat der Stadt Göttingen beschlossen werden. Bis dahin gibt es für Bürger noch die Möglichkeit, Einwände vorzubringen.

Beim zweiten Bürgerforum für die drei Bergdörfer legten Vertreter der Stadt und Planer den aktuellen Stand dar, in den Anregungen aus dem ersten Bürgerforum bereits eingegangen waren. Dennoch hagelte es Kritik, vor allem aus Roringen. Dort fordert der Ortsrat die Ausweisung von Baugebieten für 300 neue Einwohner im Norden und Nordwesten des Dorfes. Im Flächennutzungsplan ist jedoch ein deutlich kleineres Gebiet ausgewiesen.

In harschen Worten kritisierten Bürger aus Roringen die Planung als Windei, monierten eine jahrzehntelange Benachteiligung des Ortes und sagten, sie fühlten sich für dumm verkauft. Roringen sei auf den Zuwachs von 300 Einwohnern angewiesen, um lebensfähig zu bleiben, so die Argumentation. „Roringen braucht definitiv mehr Einwohner“, sagte auch Helmi Behbehani (SPD), Mitglied des Rates der Stadt Göttingen.

Werner Massow, SPD-Ortsratsmitglied aus Roringen, schlug einen Deal vor: Roringen könne doch einfach noch das Baugebiet dazubekommen, das Nikolausberg nicht wolle. Aus dem Ort wurden zumindest zwei unterschiedliche Positionen vorgetragen. Ein Bürger wollte kein Neubaugebiet hinter dem Dorf haben, weil dann der gesamte zusätzliche Verkehr die einzige Zufahrtsstraße belaste. Ein anderer Bürger wollte dagegen nicht, dass vor dem Ortseingang gebaut wird. Eine andere intensive Debatte ging um eine mögliche Ausweisung des Drakenbergs als Naturschutzgebiet.

Dagegen hat sich der Ortsrat bereits mit großer Mehrheit ausgesprochen, da Einschnitte für die Landwirtschaft und bei der Nutzung des Gebiets durch die Kinder befürchtet werden. Planer Henning Gödecke erläuterte jedoch, dass eine Ausweisung des jetzigen Flora-Fauna-Habitat-Gebiets als Naturschutzgebiet aufgrund der Rechtslage eigentlich unumgänglich sei. Das wurde von anwesenden Ortsratsmitgliedern jedoch weiterhin bezweifelt. Jens Droß (WGH) sprach von einer einseitigen Darstellung.

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