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Bürgerstiftung Göttingen verleiht Zivilcouragepreis 2014

Mut und Tatkraft Bürgerstiftung Göttingen verleiht Zivilcouragepreis 2014

„Zivilcourage kann man lernen“, meint Margarete Boos, Professorin für Wirtschafts- und Sozialpsychologie und Festrednerin bei der Verleihung des Göttinger Zivilcouragepreises am Mittwochabend. Flora Busche muss mutiges Verhalten nicht mehr trainieren.

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Gewinner des Zivilcouragepreis 2014 in Göttingen.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Als die Schülerin eines Abends nach Hause kam, bemerkte sie, dass aus dem Sicherungskasten im Treppenhaus dicker Qualm strömte.

Sofort warnte sie ihre Mutter und alle anderen Mieter des Mehrfamilienhauses in Lenglern. Die 15-Jährige suchte nach Löschmitteln und half Hausbewohnern ins Freie. Für den besonnen Einsatz ist Flora Busche jetzt mit dem ersten Platz des Göttinger Zivilcouragepreises ausgezeichnet worden.

Der Göttinger Zivilcouragepreis wird vom Präventionsrat der Stadt Göttingen und der Bürgerstiftung Göttingen vergeben. Er ist mit 2000 Euro dotiert. Am Mittwochabend wurden im Alten Rathaus die junge Lenglenerin und zehn weitere Menschen geehrt, die in unterschiedlichen Situation Mut und Tatkraft unter Beweis gestellt haben.

So wie die 35-jährige Göttingerin Halida Ismer, die am Bahnhof eine sechsköpfige Flüchtlingsfamilie einlud, in ihrer Einzimmer-Wohnung zu übernachten. Oder Peter Lahmann, Ausländerpfarrer und Gemeindepfarrer in Gladebeck/Harste, der eine Abschiebung verhindert hat, indem er einem Flüchtling Kirchenasyl gewährte. Ismer und Lahmann erhielten weitere Hauptpreise.

  Vorbildlich verhalten haben sich laut Jury auch die 16-Jährige Tabea Messerschmidt, die mit einer Freundin Handy-Dieben ihre Beute entriss und mit einer Beschreibung der Täter zu deren Festnahme beitrug. Joachim Usebach zeigt als Brandschutzerzieher der Rosdorfer Feuerwehr Kindern, wie sie sich selbst und andere schützen können. Barbara Ahlrich hat in einer Notsituation die Leitung des Ambulanten Hospizes An der Luther übernommen.

Der Polizist Thomas Becker rettete auf dem Weg zur Arbeit eine ältere Hausbewohnerin, in deren Haus es brannte. Michael Eisenberg setzt sich gegen die sogenannte Fixierung der Bewohner von Pflegeeinrichtungen ein. Bruno Schella leistete einem gestürzten Fahrradfahrer Erste Hilfe. Der 21-jährige Christian Schneider verteidigte seine Freundin und ihren Vater vor einem Angreifer.

Ein 17-Jähriger Demonstrant wandte sich während einer Veranstaltung der Partei „Pro Deutschland“ per Mikrofon gegen Nazis und wurde angegriffen. In der Jury des Zivilcouragepreises saßen neben Vertretern des Göttinger Präventationsvereins, der Stadt, der Bürgerstiftung und des Lions-Clubs Bettina von Arnim auch Moderatorin Jaqueline Emmermann für die Göttinger Polizei.

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