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Bürgerversammlung: "Affront gegen den Nonnenstieg"

Neue Entwürfe für das ehemalige IWF-Gelände Bürgerversammlung: "Affront gegen den Nonnenstieg"

„Barackenlager“, „Klotz“, „Festung“, „Affront gegen den Nonnenstieg“: Stadtplaner Michael Linker vom Planungsbüro Bankert, Linker & Hupfeld aus Kassel musste bei einer Bürgerversammlung der Stadt zur Bebauung des ehemaligen IWF-Geländes im Nonnenstieg viel Kritik einstecken.

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Entwurf I: Anwohner und Zoologe Francisco Welter-Schultes hat sich Gedanken zur Bebauung des IWF-Geländes gemacht.

Quelle: EF

Göttingen. Der Planer hat zwei Planungen präsentiert, wie die Fläche bebaut und erschlossen werden könnte.

Vor allem Linkers Plan, in beiden Varianten die Bebauung sehr nah an die Straße zu bauen, stieß ebenso auf Kritik, wie die Tatsache, dass viele Bäume gefällt werden müssten. Auf dem knapp 21 000 Quadratmeter großen Gelände könnten nach Linkers Rechnung rund 170 neue Wohnungen entstehen.

Vorgaben bei Planungen waren klar

Linkers Vorgaben bei seinen Planungen waren klar. Die Göttinger Ratspolitiker hatten diese im Mai nach kontroversen Diskussionen (Tageblatt berichtete) über den ursprünglichen Architektenentwurf im Bauausschuss festgezurrt: Auf dem Gelände soll es Geschosswohnungsbau geben, vier Vollgeschosse und ein Dachgeschoss sind erlaubt, die Geschossflächenzahl (GFZ) ist auf maximal 0,95 festgesetzt. Damit liegt sie deutlich unter der GFZ des ursprünglichen Entwurfes. Das Architekturbüro Dietrich / Untertrifaller war von einer GFZ von 1,2 ausgegangen. Stadtbaurat Thomas Dienberg wies darauf hin, dass die GFZ im Windausweg auf dem Gelände der ehemaligen Rechtsmedizin bei 1,3 liegt.

Entwürfe der Nonnenstieg-Anwohner

Linkers Entwürfen gegenüber standen zwei Entwürfe der Nonnenstieg-Anwohner Francisco Welter-Schultes (Zoologe) und Svea Steinhauer (Goldschmiedin). Die es allerdings mit den Vorgaben nicht allzu genau nahmen und mit Geschossflächenzahlen von 0,84 und 0,7 planten. Auch deshalb kamen sie bei den rund 100 Teilnehmern der Info-Veranstaltungen kritiklos an. Beide Entwürfe gehen davon aus, den vorhandenen Baumbestand auf dem Gelände komplett erhalten zu können.

Burkhard von Samson vom Verein Pro Nonnenstieg kritisierte erneut, dass die Politik auf dem Gelände weiterhin „auf eine verdichtete Bebauung“ bestehe. „Warum macht man das nicht in Grone?“, fragte er und sagte weiter: „Ich hoffe nicht, dass dieses Vorhaben Sparkassen-gesteuert ist.“ Seitens der Verwaltung und des Investors gebe es keinen Spielraum für ein Entgegenkommen, bedauerte er. „So bleibt es bei der viel zu hohen Geschossflächenzahl von 0,95 und in Folge auch bei der sechsgeschossigen, verdichtet gebauten Neubausiedlung, für die fast alle Bäume abgeholzt werden müssen.“ So habe der Info-Abend nur dem Ziel gedient, „der Öffentlichkeit eine Bürgerbeteiligung zu suggerieren“.

Workshop im Sommer

Dienberg kündigte an, den Sommer für einen Workshop zu nutzen, bei dem das beauftragte Planungsbüro, die beiden aktiven Bürgerinitiativen und der Investor Borzou Rafie-Elizei, Geschäftsführer der EBR Projektentwicklung GmbH, auf dem Gelände über mögliche Varianten diskutieren und möglicherweise zu gemeinsamen Planungsvarianten kommen können.

Entwürfe im Netz: gturl.de/iwf

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