Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Büro aus Kassel gewinnt

Kunstquartier Büro aus Kassel gewinnt

Das Preisgericht hat entschieden: In dem Architektenwettbewerb für das neue Galeriegebäude im Kuntsquartier (Kuqua) hat die Jury den Entwurf des Ateliers 30 aus Kassel als Sieger gekürt. Platz zwei und drei gehen an das Atelier ST aus Leipzig und die Nürnberger Architekten Bär, Stadelmann und Stöcker.

Voriger Artikel
Phantombild vom Räuber aus Göttingen
Nächster Artikel
Levin-Teich in Göttingen abgelassen

Architekturbüro aus Kassel gewinnt den Wettbewerb.

Quelle: Wenzel

Göttingen. „Städtebaulich und architektonisch fügt sich der Entwurf sehr gut in das bestehende Viertel ein“, sagte Jury-Mitglied Rainer Bolli am Dienstag. Bei dem Entwurf handelt es um sich einen dreigeschossigen Bau aus so genanntem Stampfbeton mit Satteldach. Zum einen orientiere sich das Haus mit seiner „Einfachheit der monolithischen Betonstruktur“, so Bolli, in der Höhe an den umliegenden Gebäuden, und biete Räume, die sich besonders gut für Ausstellungen eigneten, zum anderen ermöglicht es einen Zugang, der von der Düsteren Straße in das Quartier zwischen Düsterer, Turm- und Nikolaistraße und Nikolaikirchhof führe. 

 

Aufgabe an die Architekten war es nach Vorgaben von Verleger Gerhard Steidl, auf der Grundfläche von 245 Quadratmetern, zwischen dem 2015 eröffneten Günter-Grass-Archiv und einem sanierungsbedürftigen, nur noch von einem Stahlgerüst gestützten, noch bewohnten Nachbarhaus in der Düsteren Straße ein dreigeschossiges, fensterloses Gebäude zu planen, das rund 600 Quadratmeter Raum für Ausstellungen bietet. Gleichzeitig soll es Wege in das Innere des Quartiers schaffen. Vorgaben zu Baumaterialien oder zur Dachform gab es nicht.

Als „atmosphärisch wie auch funktional bestechend“, bezeichnete die Jury den Platz zwei des Wettbewerbs, der äußerlich an ein Speicherhaus mit einer Ziegelfassade erinnert. Nach außen gibt die Fassade drei Geschosse vor, im Inneren seien es aber tatsächlich vier, die große Ausstellungsflächen böten, so Bolli. Kritisch sah die Jury, dass es von der Düsteren Straße keinen Zugang in den Innenbereich gebe. 

 

Platz drei habe zwar konzeptionell überzeugt. Die Architektur des Betongebäudes, dessen Fassade vom Farbton an den in Göttingen häufig verbauten Buntsandstein erinnern soll, war aber in der Jury umstritten. 

 

Während die zwei- und drittplatzierten Entwürfe die geforderten 600 Quadratmeter Ausstellungsfläche annähernd bieten, seien es beim Siegerentwurf deutlich weniger, räumte Bolli ein. Hier sei das "Raumpotenzial" dafür aber höher.

 Für Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) bedeutet die Wettbewerbsentscheidung einen weiteren Schritt zur Entwicklung des Kuquas. Ziel sei es mit dem Galeriegebäude einen "weiteren attraktiven Punkt in der Stadt zu schaffen".

Lediglich eine Empfehlung

Mit den drei Gewinnern geht die Stadtverwaltung nun in Verhandlungen, bei denen es auch um die Bauausführungen und Kosten gehen wird. Die Verwaltung betont aber auch, dass die Jury-Entscheidung lediglich eine Empfehlung sei, „ohne bindende Wirkung für die spätere Auftragsvergabe“.

Nach Abschluss der Verhandlungen erarbeitet die Verwaltung einen Beschlussvorschlag, der in den politischen Gremium diskutiert werden soll. Bis Ende 2018 soll das Galeriegebäude nach Auskunft von Köhler fertig sein. Veranschlagt sind für das Galeriegebäude derzeit Gesamtkosten von rund 3,2 Millionen Euro. 

Stabilisierung ist Voraussetzung

Ein Voraussetzung für den Bau des Galeriegebäudes ist die Stabilisierung eines benachbarten, vom Einsturz gefährdeten Fachwerkhauses. Derzeit sei die Verwaltung in Verhandlungen mit dem Eigentümern, sagte Dienberg.

An dem nicht-offenen Architektenwettbewerb hatten nach Ausschreibung 54 Architektenbüros Interesse bekundet. Zehn davon sind unter notarieller Aufsicht ausgewählt worden. Fünf Büros waren zuvor ausgewählt worden. Die Einreichung der Entwürfe erfolgte anonym. Nach Auskunft von Bolli habe es 15 "sehr unterschiedliche" Wettbewerbsbeiträge gegeben - vom reinen Kubus bis hin zum Fachwerkimitat.

Ruhig modern

"Was ist Kunst daran, Fachwerk nachzubauen", fragte Köhler. "Wir bauen im 21. Jahrhundert." Auch Stadtbaurat Thomas Dienberg verteidigte das in zwei der Siegerentwürfen verwendete Baumaterial Beton. "Das Material darf ruhig modern sein". Der Siegerentwurf, so Köhler, passe sehr gut in die Düstere Straße. Hier fände sich Architektur aus dem 13. Jahrhundert bis in die 60-er Jahre des 20. Jahrhunderts. Stadt bedeute permanente Veränderung.

Das ganze Viertel in den Blick bringen

Das Göttinger Kunstquartier wird als Projekt mit Finanzmitteln aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“. 4,5 Millionen Euro Bundesmittel fließen dafür nach Göttingen, die Stadt beteiligt sich derzeit mit 500 000 Euro.

Auch wenn das mit 3,2 Millionen Euro veranschlagte Galeriegebäude im Zentrum des Quartiers stehe, sei das Projekt Kunstquartier, so Dienberg, ein Ansatz, „das ganze Viertel in den Blick zu bringen“. Er sieht das Kunstquartier als Initialzündung für andere Projekte, die sich in dem Viertel ansiedeln werden.

Nähere Informatoinen zum Projekt: www.kuqua.goettingen.de  

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“