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Bundesfreiwilligendienst-Stellen der Stadt Göttingen sind nicht ausgelastet

Freiwillige vor Bundesfreiwilligendienst-Stellen der Stadt Göttingen sind nicht ausgelastet

Nur jede sechste Stelle des Bundesfreiwilligendienstes ist besetzt. Mit dieser Schlagzeile übt das Online-Portal Bufdi.eu Kritik am 2011 eingeführten Freiwilligendienst.

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Jonas Thelenberg und Lukas Heldt (von links) absolvieren ihren Bundesfreiwillligendienst in der Stadtarchäologie.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Auch die Auslastung der fünf von der Stadt Göttingen angebotenen Plätze könnte höher sein, dennoch sind die vom kommerziellen Portal verbreiteten Zahlen problematisch. Das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben hat sich auf seiner Webseite aus anderen Gründen bereits im März von Bufdi.eu distanziert – und betrachtet den 2011 eingeführten Freiwilligendienst als Erfolg.

Die Stadt Göttingen hält in fünf Einrichtungen Plätze bereit: Je ein Freiwilliger kann im Kinderhaus Holtenser Berg, im Kinder- und Jugendtreff Grone-Süd und der Kita Weende-West unterkommen. Bei der Stadtarchäologie stehen fünf Stellen zur Verfügung, im Bereich des Baubetriebshofs zwei. Die drei Stellen im Bereich der Kinderhäuser würden so gut wie gar nicht nachgefragt, teilt Verwaltungs-Sprecher Detlef Johannson mit. Einzig im Jahr 2014 war eine Stelle in der Kita besetzt. Mehr Interesse erregt mit jeweils drei besetzten Stellen in 2013 und 2014 die Stadtarchäologie, bei der in diesem Jahr bislang eine Stelle angetreten wurde. Die zwei Plätze beim Baubetriebshof wurden 2013 gar nicht, 2014 und 2015 nur zur Hälfte vergeben.

„Schon früher im Zivildienst gab es häufig mehr Plätze als Bewerber“, sagt Peter Schloßmacher, Pressereferent im Bundesamt. Wie der Zivildienst auch ist der Bundesfreiwilligendienst arbeitsmarktneutral eingerichtet. Das heißt, dass die Freiwilligen ohnehin keine hauptamtlichen Kräfte ersetzen sollen – ob das immer der Fall ist, darf freilich bezweifelt werden. Die Aussage, dass jeder sechste Platz unbesetzt sei, geht jedenfalls an der Ausrichtung des Dienstes vorbei. Von einem Einbrechen der Bewerberzahlen könne zudem keine Rede sein: In den vergangenen Jahren war sogar eine „leichte Steigerung“ zu verzeichnen, sagt Schloßmacher. Mit Recht: Die Zahl von Bundesfreiwilligen im Dienst ist laut Zahlen des Bundes von durchschnittlich 40 321 auf 42 342 im Jahr 2014 gestiegen.

Die Göttinger Stadtarchäologin Betty Arndt ist vom Bundesfreiwilligendienst überzeugt. „Die Bewerberlage ist unverändert gut.“ Besonders freue sie, dass im Gegensatz zum Zivildienst nun auch Frauen die Gelegenheit zur Teilnahme haben. Die Bufdis, wie die Bundesfreiwilligendienstler genannt werden, seien für die Arbeit der Archäologie unverzichtbar.

Dass das Internetportal Bufdi.eu Interesse an noch mehr Bewerbern hätte, liegt auf der Hand: Einrichtungen, die hier nach einem Bufdi suchen, müssen für eine mindestens zweijährige Vertragslaufzeit rund 700 Euro bezahlen – davor warnt das Bundesamt auf seiner Webseite.

Von Jonas Rohde

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