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Europa-Union: Göttingen statt Brüssel

Bundeskongress im Mai 2017 Europa-Union: Göttingen statt Brüssel

Der Kreisverband Göttingen wird im Mai 2017 Ausrichter des Bundeskongresses der Europa-Union. Statt in Brüssel tagen die Verbände aus ganz Deutschland aller Voraussicht nach vom 20. bis 22. Mai im Bürgerhaus Bovenden. Das teilte Kreisvorsitzender Harm Adam bei der Mitgliederversammlung mit.

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Quelle: GT

Göttingen. Die Europa-Union ist ein in allen EU-Ländern aktiver überparteilicher Verband, der sich die Förderung des europäischen Gedankens auf lokaler Ebene zum Ziel gesetzt hat. Der Kreisverband Göttingen mit 235 Mitgliedern gilt als einer der größten und aktivsten in der Bundesrepublik. Er springt für den Bundeskongress 2017 ein, weil dieser in der bayerischen Landesvertretung in Brüssel geplant, jedoch dort abgesagt werden musste. Erwartet werden etwa 180 Delegierte, deren Unterbringung jedoch noch zu klären ist, weil zeitgleich in Göttingen Händel-Festspiele sein werden.

Bei der Mitgliederversammlung wurde der bisherige Schatzmeister Rolf Hammerath  nach 30 Jahren aus dem Amt verabschiedet und für sein Engagement mit der Ehrenmedaille des Landesverbandes Niedersachsen gewürdigt - die erste derartige Auszeichnung seit mehr als zehn Jahren. Landesvorsitzender Wolfgang Zapfe überreichte die Medaille. Hammerath hatte 21 Jahre lang unter dem Kreisvorsitzenden und heutigen Landes-Ehrenvorsitzenden Josef Ackermann und seit 2007 unter Harm Adam die Kasse geführt. Und er war in einer Notsituation auch als Interims-Schatzmeister des Landesverbandes eingesprungen. Zum Nachfolger Hammeraths und neuen Schatzmeister des EU-Kreisverbandes wählte die Mitgliederversammlung den Kassenführer des Grünen-Stadtverbandes, Yonas Schiferau.

Bei der Versammlung referierte auch der Göttinger Hochschullehrer Alexander Thiele. Der promovierte Jurist und Staatsrechtler befasste sich mit dem Brexit, insbesondere mit den demokratischen Grundlagen des vorausgegangenen Referendums. Dieses sei ein Element direkter Demokratie, bedürfe aber mehrerer Voraussetzungen. Es sei eine klare Ja-Nein-Alternative nötig, das Thema müsse alle Bürger betreffen und das Ergebnis einer solchen Volksabstimmung müsse sofort umsetzbar ein. Genau daran hapere es in Großbritannien, denn der Artikel 50 der Europäischen Charta sei "eigentlich eine tote Norm", mit deren Anwendung gar nicht gerechnet wurde. Thieles Vortrag begeisterte derart, dass der Göttinger gleich zum Landesverband eingeladen wurde.

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