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Gerechtigkeit statt Chancengleichheit

Bundeskongress der Grünen Jugend in Göttingen Gerechtigkeit statt Chancengleichheit

Nach drei Tagen voller Debatten und Abstimmungen ist in Göttingen am Sonntag der Bundeskongress der Grünen Jugend (GJ) zu Ende gegangen. Auf der Agenda stand die Bundestagswahl 2017 - einschließlich zentraler Themen und möglicher Spitzenkandidaten.

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Die Diskussion mit den Spitzenkandidaten am Freitag

Quelle: PH

Göttingen. Standesgemäß diskutierten die rund 300 GJ-Mitglieder zwar auch Ökologie-Themen wie die Wiederansiedlung von Wölfen in Deutschland. Im Vordergrund des Kongresses unter dem Motto "Her mit der Knete - Gesellschaft formen" stand allerdings die soziale Gerechtigkeit - ein Thema, mit dem der Parteinachwuchs schon am Freitag die möglichen Spitzenkandidaten der Grünen konfrontierte.

Da traten die Bundes-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckart und Anton Hofreiter sowie der Bundesvorsitzende Cem Özdemir und Robert Habeck, Umweltminister aus Schleswig-Holsstein, bei einem "KandidatInnencheck" gegeneinander an. Vor allem Hofreiter und Habeck konnten bei der Parteijugend punkten: "Wir diskutieren nur national und übersehen, dass Europa vor die Hunde geht", prangerte Habeck angesichts der Jugendarbeitslosigkeit in Europa an.

Beim Kernthema des Kongresses, der sozialen Gerechtigkeit, punktete hingegen Hofreiter: Auch ein Maurer ohne Studium habe ein gutes Leben verdient, sagte er - eine Spitze gegen Özdemir und Göring-Eckhardt, die vor allem für Chancengerechtigkeit und soziale Mobilität plädierten.

Solchen Begriffen erteilte der Parteinachwuchs auch in den Folgetagen eine Absage, stattdessen konzentrierte er sich auf Verteilungsgerechtigkeit: Den "Sozialstaatsabbau der vergangenen Jahre" machte beispielsweise GJ-Bundessprecherin Jamila Schäfer für "eine massive Entsolidarisierung in der Gesellschaft" verantwortlich. Eine Einstellung, die die GJ-Mitglieder offenbar teilten: Unter anderem verabschiedeten sie die Forderung nach einer Wiedereinführung der Vermögenssteuer, einer progressiven Erbschaftssteuer sowie einer steuerfinanzierten Basisrente.

Inwiefern sich der Parteinachwuchs damit durchsetzen kann, ist allerdings offen: Im November steht die Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen an. Schäfer jedenfalls gab sich kämpferisch: "Da werden wir uns in die Debatten einbringen".

Von Christoph Höland

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Spitzenkandidaten der Grünen stellen sich dem Nachwuchs
Cem Özdemir mit Anton Hofreiter, Moritz Heuberger (Grüne Jugend), Jamila Schäfer (Grüne Jugend) sowie Katrin Göring-Eckhardt und Robert Habeck auf dem Podium.

Bis die Grüne Parteibasis demnächst über das Spitzenkandidaten-Duo für die Bundestagswahl entscheidet, reisen die Aspiranten derzeit von Redeschlacht zu Redeschlacht. In Göttingen haben sie sich am Freitag beim Bundeskongress der Grünen Jugend den Fragen des Parteinachwuchses gestellt.

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