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Bundespräsident Ehrenpate von Anas Abdel Aziz

Besondere Anerkennung Bundespräsident Ehrenpate von Anas Abdel Aziz

Für Amr Abdel Aziz ist es eine besondere Anerkennung: „Es zeigt, was für eine wichtige Rolle der Mensch doch spielt.“ Seinem fünf Monate alten Sohn Anas wird heute von Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) die Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten Christian Wulff verliehen – Anas ist das siebte Kind der Familie Abdel Aziz.

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Hat sechs Geschwister: das Nesthäkchen der Familie Abdel Aziz.

Quelle: Hinzmann

„Den meisten Menschen reicht ein Kind, zwei Kinder sind meist zu viel“, sagt der gebürtige Ägypter, der 1987 nach Deutschland kam. Sein ältester Sohn ist jetzt 16 Jahre alt; Jannah, die zweitjüngste, drei Jahre. Für Amr Abdel Aziz sei wichtig, viele Kinder zu haben – große Nachteile sieht er nicht darin. „Natürlich muss alles gut organisiert werden. Es gibt einige Voraussetzungen, damit der Alltag funktioniert“, erzählt er. So müsse man als Team arbeiten und in der Lage sein, für jemanden anderen zu leben. „Ein privates und separates Leben ist nicht möglich.“

Seine Frau Aya Abdel Aziz sitzt neben ihm auf dem Sofa, den kleinen Anas auf dem Arm, und stimmt ihm zu: „Wenn alle Hand in Hand arbeiten, ist es nicht schwer. Und die Kinder sind ja nicht als Siebenlinge geboren. So helfen die Großen den Kleinen.“

Schwimmen, Fußball, Judo, Fitnessboxen; dazu ein Mal in der Woche Arabischunterricht und verschiedene Aktivitäten in der Moschee – die sechs Geschwister von Anas haben viele Hobbys, der Terminkalender der Familie immer voll. So ist es von Vorteil, dass Amr Abdel Aziz selbstständig von zu Hause aus arbeiten kann. „Da ist immer jemand zu Hause“, sagt Ehefrau Aya Abdel Aziz, die in Deutschland geboren ist. Sie selbst ist nicht berufstätig. „Ich bin für die Familie zuständig, als Taxifahrerin, Köchin oder Krankenschwester.“

Mindestens einmal im Jahr fliegt die ganze Familie nach Ägypten, um die Verwandtschaft zu besuchen – eine Reise, die bis ins kleinste Detail durchorganisiert werden muss. „Vor fünf bis sechs Jahren war so eine Reise noch schlimm, aber jetzt habe ich drei kräftige Jungen, das ist ein Segen“, sagt Amr Abdel Aziz.

  Ehrenpatenschaft
  Die Ehrenpatenschaft übernimmt der Bundespräsident auf Antrag der Eltern für das siebte Kind einer Familie. „Sie stellt die besondere Bedeutung heraus, die Familien und Kinder für unser Gemeinwesen haben“, heißt es auf der Internetpräsenz des Bundespräsidenten. Um die Ehrenpatenschaft zu bekommen, müssen alle Kinder von denselben Eltern abstammen. Im Jahr 2010 wurden insgesamt 603 Ehrenpatenschaften übernommen. In der Stadt Göttingen wurden seit 1972 insgesamt 13 Urkunden über Ehrenpatenschaften überreicht.

Von Christopher Piltz

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