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Krankes Kind in der Kälte stehen gelassen

Busfahrer lehnt Annahme von 100-Euro-Schein ab Krankes Kind in der Kälte stehen gelassen

Tageblatt-Leserin Renée-Marie Dutschke empört sich über das Busunternehmen Regionalbus Braunschweig: Ende November, klagt sie, habe ein Busfahrer in Göttingen eine Familie mit einem kranken Kleinkind in der Kälte stehen gelassen, nur weil sie keinen passenden Geldschein dabei hatte. Die RBB bestätigt den Vorfall.

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Ein Busfahrer ist nur verpflichtet, Scheine bis höchstens 20 Euro anzunehmen.

Quelle: dpa

Göttingen/Bischhausen. Dutschke, die in Bischhausen eine kleine Pension betreibt, erinnert sich an das Geschehen am 25. November genau: Sie hatte eine ausländische Familie zu Gast. Der kleine Sohn wurde krank, die ganze Familie - drei Erwachsene, ein Kleinkind und ein Baby – fuhren ins Universitätsklinikum. In Göttingen wollten sie den Bus zurück nach Bischhausen besteigen, hatten aber nur einen 100-Euro-Schein dabei. Den wollte der Busfahrer aber nicht akzeptieren. „Sehr unfreundlich, um nicht zu sagen, unverschämt“ sei er gewesen und habe die Familie schließlich aus dem Bus geworfen, sagt Dutschke: „So mussten sie, mit krankem Kleinkind und Baby, eine Stunde auf den nächsten Bus warten.“ Dutschke findet dieses Verhalten „unmenschlich. Gerade weil sie aus einem anderen Land kommen, sollten wir uns doch bemühen, zu helfen.“

Die Deutsche Bahn als der RBB übergeordnetes Unternehmen bestätigt den Vorfall mit dem 100-Euro-Schein. Eine Sprecherin: „Diesen konnte unser Busfahrer nicht wechseln. Unsere Busfahrer sind nur verpflichtet, Scheine bis höchstens 20 Euro anzunehmen oder zu wechseln. Kann der Fahrer nicht herausgeben, bekommt der Fahrgast eine sogenannte Restgeldgutschrift, die bei der RBB-Geschäftsstelle eingelöst werden kann.“ 
Wegen der Sprachbarrieren habe sich der Busfahrer entschieden, eine solche aber nicht auszugeben, „da den Fahrgästen nicht verständlich mitgeteilt werden konnte, wo und wie sie diesen einlösen können. Auch ein weiterer Fahrgast konnte mit Englisch nicht weitervermitteln.“

Aus versicherungstechnischen Gründen sei eine Beförderung ohne Bezahlung nicht erlaubt. Dies sei so auch in den Tarifbestimmungen des Verkehrsverbundes Süd-Niedersachsen (VSN) so festgelegt.

Die Sprecherin bedauert allerdings, „dass auf Grund der Sprachbarrieren der Eindruck erweckt wurde, dass unser Busfahrer unhöflich gewesen sei. Dies war aber nicht der Fall.“

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