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Kein Platz für Reisebusse

Tourismus Kein Platz für Reisebusse

Die Stadt Göttingen hat ein Problem. Reisebusverantalter meiden das Oberzentrum, weil es einfach nicht ausreichend citynahen Platz gibt. Dem Innenstadthandel gehen so Einnahmen verloren.

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In anderen Städten gibt es mehr und bessere Parkmöglichkeiten für Reisebusse als in Göttingen, deshalb wird das Oberzentrum von den Veranstaltern gemieden.

Quelle: GLOK

Göttingen. Der Städte-Tourismus ist auch für das Oberzentrum Göttingen und seine Gastronomie nicht ganz unwichtig. Doch beim Bustourismus hakt es kräftig. Die Touristenbusse fahren an Göttingen vorbei, halten lieber in Hann. Münden oder Kassel, weil in Göttingen der citynahe Parkraum fehlt.

Ja, Göttingen hat einen Zentralen Omnibus Bahnhof (ZOB), dort halten die Busse der Göttinger Verkehrsbetriebe, der Regionalbus Braunschweig GmbH und die Fernbusse. Für die touristischen Reisebusse gibt es dort wenig Parkplatz – gerade zwei Reisebusse dürfen hier parken. In Konsequenz fahren die Touristenbusse an Göttingen vorbei, berichtet die Tourismus-Chefin der Stadt, Angelika Daamen. „Es hat derzeit auch gar keinen Sinn, Touristenbusse beispielsweise zum Weihnachtsmarkt nach Göttingen zu lotsen, weil hier einfach die Voraussetzungen nicht stimmen“, sagt Daamen. „Die fahren lieber den Tanzwerder in Hann. Münden an, dort können sie stehen und die Besucher haben nur einen kurzen Weg in die Innenstadt – oder sie fahren gleich nach Kassel.“ Da sei auch die Behelfs-Lösung, dass zwei Busse maximal 15 Minuten vor der Pergola halten dürfen und die Besucher aussteigen lassen, nicht besonders effektiv. „Das wird schon knapp, wenn Besucher mit Rollatoren kommen“, weiß Daamen. Schnell müsste der Bus wieder wegfahren. Da aber heute der Busfahrer zumeist auch der Reiseleiter sei, stünde die Gruppe dann ohne Leitung da, weiß die Göttinger Tourismus-Chefin. „Wir benötigen also citynahe Parkplätze für Busse.“

„Zu dem Thema haben wir in der Tat noch Planungs- und Handlungsbedarf“, sagt Stadtsprecher Detlef Johannson. „Im Augenblick stehen im Südteil des ZOB zwei Plätze für Touristenbusse zur Verfügung. Das ist Bestandteil der Übergangslösung, bevor insgesamt eine komplette Außenbereichsplanung umgesetzt wird – allerdings erst nach Fertigstellung der Baumaßnahmen Groner Tor (Hotel und Sparkasse) und Forum Wissen.“ Johannson betont, dass das Flächenpotential allerdings begrenzt sei. „Eine nennenswerte Vergrößerung des Angebots für Touristenbusse an diesem Standort ist nach aktuellem Erkenntnisstand kaum zu erwarten. Deshalb muss nach anderen Lösungen gesucht werden, um dem vom Göttingen Tourismus eingeschätzten Bedarf gerecht zu werden. Das ist eine Aufgabe, um die wir uns kümmern müssen.“

Eine weitere Verschärfung des Problems kommt auf die städtischen Planer zu. Das Forum Wissen soll, nicht nur nach den Wünschen der Universitätspräsidentin Prof. Ulrike Beisiegel, viele Gäste nach Göttingen ziehen – auch Bustouristen. Gleiches könnte auch beim Kuqua passieren.

Von Frank Beckenbach

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