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In Göttingen bleibt alles beim Alten

Schweinefleisch In Göttingen bleibt alles beim Alten

Schweinefleisch soll fester Bestandteil der Speisepläne in öffentlichen Kantinen sowie in Kitas und Schulen bleiben. Diese Forderung der CDU in Schleswig-Holstein schlägt hohe Wellen. Göttinger Küchenbetreiber sind verwundert: Sie bieten Schweinefleisch an – und wollen daran auch gar nichts ändern.

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Soll nach einem Vorschlag der CDU weiter Bestandteil in den Kantinen sein: Schweinefleisch.

Quelle: dpa

Göttingen. Die CDU hatte argumentiert, dass „immer mehr Kantinen, Kitas und Schulen Schweinefleisch aus ihrem Angebot nehmen, um auf religiöse Gebräuche Rücksicht zu nehmen“. Auf die Küchenbetriebe der Stadt Göttingen treffe das nicht zu, erklärt Verwaltungssprecher Detlef Johannson. „Wir fahren unser Modell seit 2009. Und die Mischung des Angebots durch Alternativen wie Rindfleisch, Geflügel, Fisch oder vegetarische Gerichte ist offenbar groß genug, dass alle damit zurechtkommen.“ Die Stadt unterhält demnach vier Produktionsküchen zur Belieferung von Kitas, Schulen und Rathauskantine.

Schweinefleisch drei- bis viermal im Monat

Für die Arbeiten der Küchen gebe es zwei Maßstäbe, erklärt Johannson: „die Wünsche der Kunden und unser nach den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung entwickeltes Qualitätskonzept“. Das habe dazu geführt, dass seit 2009 eine der vier Küchen kein Schweinefleisch verwende. „In den anderen drei Küchen taucht Schweinefleisch drei- bis viermal im Monat auf dem Speiseplan auf.“ Das sei offenbar auch völlig ausreichend. Es habe sich zumindest noch niemand beklagt, dass zu wenig Schweinefleisch angeboten werde.

Auch in den Gastronomieeinrichtungen der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ist Schweinefleisch Bestandteil der Speisepläne, wie Sprecher Stefan Weller mitteilt. Täglich würden dort rund zwölf unterschiedliche Gerichte angeboten. „Nahezu täglich stehen dabei auch Speisen mit Schweinefleisch auf dem Plan“, erklärt Weller. Parallel dazu würden aber immer „alternative Mahlzeiten“ angeboten.

 Nachfrage nach vegetarischen und veganen Gerichten gestiegen

Bestrebungen, Schweinefleisch vom Speiseplan zu streichen, gebe es nicht, sagt Weller. „Unsere Kunden wünschen und erwarten ein breites Speisenangebot. Das stellen wir sicher. Wer aus religiösen Gründen oder anderen Gründen kein Schweinefleisch essen will oder darf, findet in der Gastronomie der UMG immer ein alternatives Speiseangebot.“ Eine stärkere Nachfrage nach Gerichten mit Schweinefleisch gebe es im Umkehrschluss aber nicht. „An der UMG ist eher die Nachfrage nach vegetarischen und veganen Gerichten gestiegen“, erklärt Weller. „Dieser Nachfrage kommen wir schon länger nach. Dafür haben wir aber nicht grundsätzlich ein Gericht mit Schweinefleisch aus dem Speiseangebot heruntergenommen, sondern allgemein ein Gericht mit Fleisch oder Fisch.“

Das Speisenangebot des Studentenwerks Göttingen in seinen Mensen zeichne sich täglich durch eine Vielfalt unterschiedlicher Gerichte aus, erklärt auch Sprecherin Annet Reyer-Günther – und dazu gehöre neben Fisch, vegetarischen und veganen Gerichten, Eintöpfen und Suppen, Gerichten aus dem Wok und Salat eben auch Fleisch, darunter auch vom Schwein. „Eine Veränderung dieser Vielfalt und der saisonalen Abwechslung“ sei nicht geplant.

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