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CDU soll dritten Dezernenten stellen

Kreis Göttingen CDU soll dritten Dezernenten stellen

Der größer werdende Landkreis Göttingen sucht einen dritten Dezernenten - oder eine Dezernentin. Kommende Woche soll der neue Landkreis die Ausschreibung auf den Weg bringen - als offenes Bewerberverfahren. Dennoch ist bereits ein Name im Umlauf.

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Quelle: Hinzmann (Symbolbild)

Göttingen. Und es ist klar, dass die CDU ein entscheidendes Mitspracherecht bekommt. Durch die Fusion mit dem Landkreis Osterode „wächst der künftige Landkreis Göttingen“, erklärte der wiedergewählte Landrat Bernhard Reuter (SPD), warum es in Zukunft „wieder“ drei statt zurzeit zwei Dezernatsleitungen in der Verwaltung geben soll, und fügte an: „Es wird auch mehr Arbeit geben.“ Unterm Strich spare der neue Kreis dennoch Personal ein, weil im Altkreis Osterode zwei Führungsposten weg fallen.

Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Innere Dienste und - aber an erster Stelle - Finanzen sollen dem neuen Dezernat zugeordnet werden. Dafür sucht der Kreis eine „hoch motivierte, verantwortungsbewusste und zielstrebige Persönlichkeit, die den Anforderungen kommunalen Handelns … gerecht werden kann“. Sie soll Erfahrungen in einer Führungsposition haben, möglichst auch in den Bereichen Betriebswirtschaftslehre und kommunales Haushaltsrecht. So steht es im Ausschreibungsentwurf, den die Verwaltung dem neuen Kreistag am Donnerstag vorlegen will. Folgen soll dann ein offenes Auswahlverfahren „mit Bestenauslese“, betonte Reuter gegenüber dem Tageblatt. Wichtig sei am Ende, „dass die fachliche und menschliche Qualität stimmen“.

Unter diesen Vorgaben ist in den politischen Kreisen bereits eine potentielle Bewerberin im Gespräch: Marlies Dornieden - seit 2011 Bürgermeisterin der Samtgemeinde Gieboldehausen, davor erfolgreiche Verwaltungslaufbahn beim Landkreis Göttingen, Leitung des Finanzverwaltungsamtes und CDU-Frau. Dazu „kann ich natürlich jetzt nichts sagen“, sagte die Eichsfelderin auf Nachfrage. Zugleich räumt sie ein: „Ich werde erst einmal sehen, wie die Stelle ausgeschrieben und welches Profil erwartet wird.“

Reuter will sich zu Namensspekulationen nicht äußern, ebenso wenig der SPD-Fraktionschef Reinhard Dierkes. Es gebe viele, die in Frage kämen, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Harald Noack, „und Sie können davon ausgehen, dass Frau Dornieden unter ihnen zu den wirklich qualifizierten und geeigneten Bewerbern gehören würde“.

Diese Einschätzung hat Gewicht. Der Landrat hat vor der Abstimmung im Kreistag zwar formal das alleinige Vorschlagsrecht. Reuter, SPD und die Grünen haben sich aber darauf geeinigt, dass die CDU als zweitgrößte Kraft im Kreistag den dritten Dezernentenposten bei der Vorauswahl namentlich besetzen darf - wenn der Bewerber oder die Bewerberin fachlich geeignet ist. Es sei eigentlich gepflegte Tradition, dass alle großen politischen Kräfte in der Verwaltungsleitung vertreten sind, erklärten Reuter, Dierkes und Noack. Die jetzt zur Wiederwahl stehende Erste Kreisrätin Christel Wemheuer ist Grüne und damit Vertreterin des Gruppenpartners der SPD. Der ebenfalls zur Wiederwahl stehende Schul- und Sozialdezernent Marcel Riethig ist Sozialdemokrat. Damit stehe der dritte Posten der CDU zu.

Den gab es auch früher schon, bis der einstige Finanzdezernent Peter Jürgens 2005 in Pension ging. Der damalige CDU-Landrat Reinhard Schermann ließ den Posten nach vorangegangenen Machtkämpfen bei Dezernatsbesetzungen zwischen den Kreistagsfraktionen unbesetzt. Als Reuter 2011 mit der SPD und den Grünen das Ruder übernahm, einigten sich die Fraktionen, vor einer Neubesetzung die Fusion mit Osterode abzuwarten. Die folgt nächste Woche.

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