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CDU und FDP diskutieren in Göttingen über gefühlte und reale Sicherheit

Podiumsdiskussion CDU und FDP diskutieren in Göttingen über gefühlte und reale Sicherheit

Erneut hat die Polizei die Bevölkerung vor durchreisenden Einbrecherbanden gewarnt. Zurzeit seien vor allem das Ostviertel und Geismar, aber auch die Innenstadt im Fokus der Banden, erklärte Thomas Rath, Leitender Polizeidirektor in Göttingen, bei einem Podiumsgespräch am Mittwoch.

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Sehr schnell ist eine nur zugezogene Wohnungstür aufgebrochen.

Quelle: dpa

Göttingen. Organisiert hatte die Gesprächsrunde im Neuen Rathaus die CDU/FDP-Gruppe im Göttinger Stadtrat. Unter der Leitung des CDU-Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler ging es allgemein um „Gefühlte und tatsächliche Sicherheit in Göttingen“. Die Entwicklung bei den Wohnungseinbrüchen nahm allerdings breiten Raum ein. Seit Ende 2014 bis jetzt habe die Göttinger Polizei drei bis vier Banden aus dem südosteuropäischen Raum ausfindig gemacht, die sich offenbar Göttingen als neues Betätigungsfeld ausgesucht hätten.

Die besonders betroffenen Stadtteile wechselten dabei. Mit den stark angestiegenen Einbruchszahlen nähere sich Göttingen dem Niveau anderer Städte an, sagte Rath. Davor sei Göttingen unterdurchschnittlich betroffen gewesen. Jetzt aber, so Rath, „kommen wir langsam auf das Level von Hannover, Braunschweig oder Hildesheim.“

Die Bürger könnten selbst mehr für den Schutz ihrer Wohnungen vor Einbrechern tun, meinte Rath. So genüge es schon, wenn die Wohnungstür nicht nur zugezogen, sondern auch abgeschlossen werde. Mit einem sogenannten „Flipper“, einem einfachen Einbruchsgerät, das die Polizei schon mehrfach sichergestellt habe, lasse sich eine zugezogene, nicht aber eine abgeschlossene Tür in Sekundenschnelle knacken.

Den Blick auf ein anderes Thema lenkte Helmut Koch vom Göttinger Seniorenbeirat: Die zahlreichen Telefonstraftaten sei für ältere Menschen „sehr, sehr schmerzhaft“. Zum Schutz vor Enkeltrick-Betrügern wünsche er sich „mehr Aufmerksamkeit bei Banken und Sparkassen“, wenn ältere Menschen plötzlich viel Geld abheben wollten.

Zwar bemühe sich die Polizei, Enkeltrick-Betrügern ebenso wie Einbrecherbanden mit Überwachung der Telekommunikation auf die Spur zu kommen, erklärte Rath. Gerade bei diesen Betrugsfällen komme diese Methode an ihre Grenzen: „Die Täter werfen die für die Anrufe benutzten Telefone nach ein, zwei Tagen weg und besorgen sich neue.“

Die Furcht vor Gewalttaten auf offener Straße, erklärte Staatsanwalt und CDU-Ratsherr Marcel Pache, sei übertrieben: „Bei diesen Taten kennen sich Täter und Opfer meist.“ Durch die ausführliche Darstellungen besonders schwerer Fälle in der Presse „entsteht da schnell ein falscher Eindruck“.

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