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CDU und FDP lehnen Golfplatz in Göttingen-Geismar ab

Andere Standorte denkbar CDU und FDP lehnen Golfplatz in Göttingen-Geismar ab

Die Ratsgruppe von CDU und FDP hat sich gegen das Projekt Golfplatz im Süden von Geismar ausgesprochen. Weder ihre Forderung, dass die „ökologische Gesamtbilanz“ nach Errichtung der Anlage nicht schlechter ausfallen dürfe als heute, noch dass der Erholungswert des Areals auch für nicht golfspielende Bürger nicht geschmälert werde, sieht die Gruppe erfüllt.

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Ende im Gelände rund um die ehemalige Bauschuttdeponie: Nach Grünen, Linken und Piraten lehnen auch CDU und FDP einen Golfplatz ab.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. „Insofern haben wir uns dazu entschlossen, bereits heute eine klare Position zu beziehen“, sagte Hans-Georg Scherer, Vorsitzender der CDU/FDP-Ratsgruppe. Gemeinsam mit dem ablehnenden Votum von Grünen, Piraten und Linken werde „das wohl das Aus für weitere Golf-Planspiele in diesem Gebiet bedeuten“.

Die CDU/FDP-Gruppe wende sich seit langem ebenso gegen die irreversible Versiegelung wertvoller landwirtschaftlicher Nutzflächen für weitere Logistikzentren wie jetzt gegen den Verlust von mehr als 40 Hektar teilweise ökologisch bewirtschafteter Ackerflächen zugunsten einer Freizeitnutzung, machte Scherer deutlich. Aktuelle Planungen gehen von einer Golfplatzgröße von rund 70 Hektar rund um die ehemalige Bauschuttdeponie aus.

Der frühere Fraktionsvorsitzende der CDU/FDP-Gruppe und langjährige Vorsitzende des Sportausschusses, Fritz Güntzler, bedauert die Entscheidung der Gruppe. „Ich hätte es gut gefunden, wenn man weiter geplant hätte“, sagte er. Erst wenn alle Informationen vorliegen, sollte entschieden werden. Dabei könne der Rat dann den Bau und Betrieb eines Golfplatzes an klare Bedingungen knüpfen: hohe Naturschutzstandards, keinerlei finanzielles Risiko für die Stadt und GöSF, eine Garantie für einen echten Volks-Golfplatz.

Die Stadt vergebe sportpolitisch eine Chance, wenn sie das Golfplatzprojekt nicht weiter verfolge, sagte Güntzler. Zugleich errinnerte der ehemalige Vorsitzende und jetzige Bundestagsabgeordnete daran, dass „über Jahre hinweg“ nahezu alle Fraktionen im Sportausschuss den Kauf der Flächen und damit auch die Golfplatz-Idee  „positiv begleitet haben“.

Ganz will sich die CDU/FDP-Gruppe dem Thema Golfplatz aber nicht verschließen: “Dies muss aber nicht bedeuten, dass die Schaffung eines Golfangebotes im Stadtgebiet für immer ausgeschlossen ist“, sagte Thomas Häntsch, Vorsitzender des Sportausschusses. Vielleicht ergäben sich später einmal durch geschickte Planung Möglichkeiten für die Schaffung einer Anlage, die auf breitere Zustimmung der Bevölkerung stößt.” Und auch Ratsfrau Felicitas Oldenburg, Stadtverbandsvorsitzende der FDP, betont, dass sich ihre Partei die „Option“ für einen Golfplatz weiter offen halte, wenn auch nicht an der geplante Stelle in Geismar.

Sie hält Golf für eine „interessante Bereicherung für den Breitensport“. In einem von der Grünen Jugend initiierten offenen Brief sprechen sich acht Jugend- und Studnetenverbände gegen den Golfplatz aus. Er richte sich gegen „die Instrumentalisierung junger Menschen“, denen Vertreter der Göttinger Sport und Freizeit GmbH und Uni-Sport „ein Interesse an dem Golfplatz anzudichten versuchen“.

Von Ulrich Schubert und Michael Brakemeier

Ortsrat Geismar über den Golfplatz

Geismar. „So unnötig wie ein Loch im Kopf.“ So äußert sich Thomas Harms (Grüne) zum geplanten Golfplatz in Geismar – auch wenn der Ortsbürgermeister nicht an der Sitzung des Ortsrates am Donnerstagabend teilnehmen konnte, wo das Thema erneut diskutiert wurde. „Das Verkehrsproblem“, sagte Ortsratsmitglied Helmhard Ungerer (parteilos), werde von der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GöSF) „herunterdiskutiert“. Das geplante Sportareal „ist ein deutlicher Eingriff in die Verkehrssituation“. Vor allem aber sei die Erhaltung des Gebiets wichtig für die gesamte Bevölkerung von Geismar. Die „ist von dem Golfplatz nicht angetan“, sagte Ungerer und erhielt Beifall von den rund 40 Zuhörern.

Die gesamte Situation müsse „kritisch betrachtet werden“, sagte Dieter Czech (SPD). Die Aufgabe der Politik sei es, auch nach „Kompromissen Ausschau zu halten“ . Das Ortsratsmitglied beantragte weitere Nutzerinteressenten wie Landwirte oder Sportverbände einzuladen, um zu einem abschließenden „Meinungsbild zu kommen“. Auch wenn die Fraktionen das begrüßten, betonte Steffani Wirth (Grüne), dass es doch „bald zum Meinungsbild kommen muss“.

Es gebe „keine valide Bedarfsanalyse“, sagte Harms gegenüber dem Tageblatt. Wenn das Gebiet außerdem an einen freien Investor gehe, gebe es „keine Eingriffs- und Zugriffsrechte mehr“ für die Kommune. Genügend Golfplätze seien in der Region schon vorhanden. „Und was ist, wenn es nicht läuft?“, fragte der Ortsbürgermeister im Bezug auf den Golfplatz und gab selbst die Antwort: „Die Kommune trägt die Kosten für die Rückführung“. „Wir hatten noch nie solch eine große Resonanz“ von den Bürgern, sagte Harms. „Ich bin dezidiert gegen den Golfplatz.“ fri

Dieser Artikel wurde aktualisiert

Pressemitteilung der CDU/FDP-Gruppe im Wortlaut

Göttingen. Nach einer öffentlichen Podiumsdiskussion im Ratssaal und intensiver interner Debatte hat sich die CDU/FDP-Ratsgruppe gegen die Ausweisung eines siebzig Hektar großen Areals im Süden Geismars für einen öffentlichen Golfplatz ausgesprochen. Gemeinsam mit dem ablehnenden Votum von Grünen, Piraten und Linken wird das wohl das Aus für weitere Golf-Planspiele in diesem Gebiet bedeuten.

„Vor unserer sehr gut besuchten Podiumsdiskussion im Ratssaal hatten wir erklärt, dass wir sehr ergebnisoffen in diese Debatte einsteigen wollen und dass wir erst danach zu einem Entschluss kommen wollten. Genauso wurde jetzt auch verfahren“, erklärt Dr. Hans-Georg Scherer, Vorsitzender der CDU/FDP-Ratsgruppe. „Wir möchten nicht den Weg der SPD gehen, der prinzipiell die weitere Planung befürwortet.“

„Unsere Forderungen, denen zufolge die ökologische Gesamtbilanz nach Errichtung der Anlage nicht schlechter ausfallen darf als heute, der Erholungswert des Areals auch für nicht golfspielende Bürger nicht geschmälert werden darf und sich das vorgestellte Betreibermodel wirtschaftlich darstellen lässt, halten wir für nicht erfüllbar. Insofern haben wir uns dazu entschlossen, bereits heute eine klare Position zu beziehen.“

Im Gegensatz auch zu den Grünen wendet sich die CDU/FDP-Gruppe seit Jahr und Tag gegen die irreversible Versiegelung wertvoller landwirtschaftlicher Nutzflächen für weitere Logistikzentren. Ebenso konsequent wendet sie sich jetzt gegen den Verlust von über vierzig Hektar teilweise ökologisch bewirtschafteter Ackerflächen zugunsten einer Freizeitnutzung.

„Dies muss aber nicht bedeuten, dass die Schaffung eines Golfangebotes im Stadtgebiet für immer ausgeschlossen ist, ergänzt Dr. Thomas Häntsch, Vorsitzender des Sportausschusses, zumal gerade die Golf  Range des Universitätssports oberhalb des Klinikums der Parkplatznot zum Opfer gefallen ist. Vielleicht ergeben sich später einmal durch geschickte Planung Möglichkeiten für die Schaffung einer Anlage, die auf breitere Zustimmung der Bevölkerung stößt.”

Die wahrscheinlichen Konsequenzen für den Göttinger Süden erwägt Hans Otto Arnold, planungspolitischer Sprecher der Ratsgruppe: „Wir stehen gerade am Anfang der öffentlichen Debatte über Ausweisung und Reservierung weiterer Flächen im Stadtgebiet für öffentlichen Debatte über Ausweisung und Reservierung weiterer Flächen im Stadtgebiet für Wohnbebauung und Gewerbenutzung für den neuen Flächennutzungsplan der Stadt. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, dass aus Sicht der Geismaraner für das teilweise dem Landschaftsschutz unterliegende Golfplatzareal kaum eine andere Nutzung als die heutige in Frage kommen wird.

Der kleinere Teil der Fläche ist ein Auffüllgelände, das mittlerweile eine hohe ökologische Wertigkeit erlangt  hat, der Großteil sind landwirtschaftliche Flächen, die künftig auch weiter so genutzt werden. Wir gehen davon aus, dass die Göttinger Sport & Freizeit GmbH & Co. KG die Pachtflächen wohl weiter für die Landwirte zur Verfügung stellen wird.“

 
Stellungnahme der Grünen Jugend Göttingen

Heute wurde ein von mehreren Jugend- und Studierendenzusammenschlüssen unterzeichneter Offener Brief veröffentlicht. Der von der GRÜNEN JUGEND initiierte Brief spricht sich gegen einen geplanten Golfplatz bei Geismar aus. Er richtet sich gegen die Instrumentalisierung junger Menschen, denen Vertreter*innen von GoeSF (Göttinger Sport und Freizeit GmbH) und Unisport ein Interesse an dem Golfplatz anzudichten versuchen.

Der Brief kann weiterhin per Mail an goettingen@gj-nds.de unterstützt werden!

Dazu ein Mitglied der GJ Göttingen:

"Die Verfechter*innen des Platzes versuchen einen "Golf-Boom" in Göttingen herbeizureden. Trotz aller gegenteiliger Beteuerungen bleibt Golf aber ein Luxussport für wenige. Insbesondere für junge Menschen ohne oder mit nur einem kleinen Einkommen ist Golf nicht bezahlbar. Wir begrüßen es deswegen, dass mehrere Akteur*innen sich jetzt mittels eines Offenen Briefes gegen die Instrumentalisierung wehren."

Das GJ-Mitglied weiter:

"Die Golfplatz Lobbyist*innen um Alexander Frey von der GoeSF versuchen auf Zeit zu spielen und gleichzeitig die Planungen unter dem Radar der Öffentlichkeit voranzutreiben. Hier sollen Fakten geschaffen werden, bevor überhaupt ein seriöses Finanzierungsmodell steht. Und obwohl die Göttinger Bevölkerung gegen den Golfplatz ist: Mittlerweile haben 5000 Menschen die Online-Petition unterzeichnet. Dieser Golfplatz ist eine sozial-ökologische Katastrophe. Die GRÜNE JUGEND fordert ein Ende der Hintertür-Planerei und die Streichung des Golfplatzes aus dem Flächennutzungsplan."

Homepage der Golfplatz-Gegner*innen: http://golfplatz-goettingen.de/

Online-Petition:

https://www.openpetition.de/petition/online/nein-zum-golfplatz-im-gottinger-suden

 
Offener Brief von Jugend- und Studierendenzusammenschlüssen

Kein Golfplatz in Geismar! Prestigeprojekt für Wenige statt "Volks-Golfplatz für alle"!

In der Diskussion über einen Golfplatz auf einer renaturierten Bauschuttdeponie bei Geismar wird derzeit viel mit angeblichen Interessen von Schüler*innen, Jugendlichen und Studierenden argumentiert. Von verschiedenen Akteur*innen, allen voran Alexander Frey von der Göttinger Sport- und Freizeit GmbH (GoeSF) wird behauptet, dass es in unserem Interesse läge, einen Golfplatz in Geismar zu errichten und dieses Angebot bestimmt rege genutzt werden würde. Das stellt eine krasse Form von Instrumentalisierung dar, denn aus jugendpolitischer Perspektive gibt es in Göttingen viel dringendere Probleme, als einen fehlenden Golfplatz!

Wir, Zusammenschlüsse von jungen Menschen, Schüler*innen und Studierenden, wenden uns gegen diese Instrumentalisierung und gegen dass aus unserer Sicht sinnlose Prestige- und Luxusprojekt "Golfplatz im Göttinger Süden"!

Unsere klare Positionierung stützen wir vor allem auf folgende Argumente:

  • Der als "Volks-Golfplatz" angepriesene Platz soll für Schüler*innen, Jugendliche und Studierende "offen" sein und es wird damit geworben, dass der Kauf eines langfristig gültigen Platzausweises nicht notwendig sei und stattdessen Tageskarten erworben werden könnten. Dieses "Argument" hat einen dicken Pferdefuß: Der Betrieb eines Golfplatzes kostet jährlich 500.000 - 700.000 Euro. Wenn diese Summe im Wesentlichen durch Tageskarten aufgebracht werden soll, müssen diese sehr teuer sein.

    Vergleichspreise von anderen Golfplätzen liegen bei circa 50 - 70 Euro.

    Wie sollen sich junge Menschen ohne reiche Eltern so etwas leisten können? Sollten die Tageskarten zu akzeptablen Preisen verkauft werden, so ließe sich der Erhalt des Platzes nicht finanzieren und die GoeSF müsste Geld nachschießen, das dann an anderer Stelle fehlt (s. nächster Punkt).

  • Der angebliche "Volks-Golfplatz" ist ein Luxusprojekt für Wenige!

    Vor dem Hintergrund, dass der Stadtjugendring (SJR) als Jugenddachverband in Göttingen lange um die Erhöhung seines Budgets kämpfen musste, ist das Heranziehen von angeblichen Jugendinteressen durch politisch Verantwortliche zynisch. Wenn diese tatsächlich um die Interessen der Jugendlichen besorgt wären, hätten sie dem SJR schnell und unbürokratisch ausreichende Finanzmittel zur Verfügung stellen sollen. Das wäre etwas gewesen, was bei jungen Menschen direkt ankommt.

    Stattdessen wurde und wird immer wieder auf den sogenannten "Zukunftsvertrag" verwiesen, der im Wesentlichen bedeutet, das an unserer Zukunft gespart wird.

  • Golf ist ein Sport der Wenigen: Deutlich unter 1 Prozent der Deutschen ist Mitglied in einem Golfclub. Die Golfplatz-Verantwortlichen in Göttingen hegen die Hoffnung auf einen Golf-Boom, ein solcher ist aber sehr unwahrscheinlich. Die Zuwächse des Golfsportes stagnieren in Deutschland derzeit.
  • Es gibt in Göttingen und Umgebung bereits mehrere Golfangebote - 4 in einem Umkreis von 30 Kilometern. Insbesondere der seit längerem nicht ausgelastete und chronisch unterfinanzierte Golfplatz bei Nörten-Hardenberg hätte an einer Kooperation mit Göttingen sicherlich großes Interesse.
  • Durch einen Parkplatzbau fällt der Abschlagplatz nahe des Uni-Klinikums künftig weg. Vertreter*innen des Uni-Sports behaupten deswegen, dass sie im Interesse von mehren zehntausend Studierenden sprechen, wenn sie einen Golfplatz fordern. Das entspricht nicht der Realität, eine ganz überwiegende Mehrheit der Göttinger Studierenden hat auch bei akzeptablen Preisen kein Interesse, Golf zu spielen.
  • Der geplante Golfplatz ist schädlich für Natur und Umwelt. Das Gebiet umfasst neben intensiv genutzten Ackerflächen auch biologisch bewirtschaftete Weiden und schöne Wiesen- und Gebüschflächen, die Lebensraum für seltene, bedrohte und geschützte Tierarten wie das Rebhuhn und den Rotmilan bieten. Des Weiteren kämen der sehr hohe Verbrauch an Ressourcen wie Trinkwasser und Energie, sowie der Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden hinzu.
  • Die Fläche wird aktuell von vielen Anwohner*innen als Naherholungsgebiet genutzt. Ein Golfplatz könnte diese Funktion trotz aller Versicherungen von Alexander Frey niemals einnehmen.

Wir fordern statt des Golfplatzes die Förderung von Projekten, die bei jungen Menschen wirklich ankommen. Dazu gehört insbesondere die Förderung von Jugendverbänden über den SJR, die Unterstützung des Breitensportes anstatt von Elitensport, die Ermöglichung von politischem Engagement junger Menschen durch Beteiligung an (kommunalen) politischen und gesellschaftlichen Prozessen.

Ihr Golfplatz-Lobbyist*innen sprecht nicht für uns!

Wir sagen: Kein Golfplatz in Geismar!

Unterzeichner*innen (Stand 29.5.2015):

BUNDjugend Göttingen

Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung (DJN) Fachschaftsrat der Philosophischen Fakultät der Universität Göttingen Grüne Hochschulgruppe Göttingen (mit 12 Sitzen zweitgrößte Fraktion im

Studierendenparlament)

GRÜNE JUGEND Göttingen

JANUN Göttingen

NaturFreunde Ortsgruppe Göttingen

Schüler*innenbündnis Göttingen

Lovis Pape, Ex-Mitglied der Schueler*innenvertretung und Ex-Mitglied im Schulvorstand des Felix-Klein-Gymnasiums Valentin Büchi, ehemaliger Chefredakteur der Schüler*innenzeitung des FKG Göttingen

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Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016