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CDU will gelbe Säcke verbannen

Verpackungs- und Restmüll CDU will gelbe Säcke verbannen

Die allermeisten Göttinger wären begeistert: Ade, gelbe Säcke – und alle Dosen, Yoghurtbecher und Brottüten landen wie früher wieder in der schwarzen (Rest-)Mülltonne.

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Ärgern viele Bürger, und die CDU will sie abschaffen: Gelbe Säcke mit Verpackungsmüll.

Quelle: Mischke

Göttingen. Das regt jetzt die CDU-Fraktion im Rat der Stadt an. „Brauchen wir die gelben Säcke noch?“, leitet sie ihren Antrag zur nächsten Ratssitzung ein. Dabei verweist die Partei auf die noch neue, teure und vor allem hochmoderne Müllverwertungsanlage in Deiderode. Dort lassen Stadt und Landkreis Göttingen und Nachbarkreise gemeinsam ihren Restmüll sortieren. Die Sortieranlage sei viel effektiver als ähnliche Anlagen vor fast 20 Jahren, als in Deutschland die Mülltrennung und gelben Säcke aufkamen. „Ist der große Aufwand mit getrennter Sammlung in den Haushalten überhaupt noch notwendig“, fragt vor diesem Hintergrund Hans-Georg Scherer, umweltpolitischer Sprecher der CDU.

Scherer listet auch auf, warum die gelben Wertstoff-Säcke viele Göttinger nerven: mehrere Müllbehälter in der – oft zu kleinen – Küche, Mülltüten-Berge vor Häuserblocks, herumfliegende und aufgerissene Säcke am Straßenrand, Schimmel und Ungeziefer. Außerdem würden viele schon aus Platzgründen eh nicht ordentlich trennen und oft Verpackungsmaterial in die schwarze Tonne schmeißen.
Stadtverwaltung und der für die Anlage in Deiderode zuständige Zweckverband sollten daher prüfen, ob die Sortieranlage auch solchen Mischmüll gut trennen könne und vor allem welche Mengen.

Zumindest könnten die Göttinger Entsorgungsbetriebe den dann vereinten Müll problemlos abfahren und nach Deiderode bringen, „das ist unser Kerngeschäft“, sagt ihr kaufmännischer Geschäftsführer Dirk Brandenburg. Die Stadtreinigung habe die gelben Säcke ja auch abgeholt, bevor der Auftrag per Ausschreibung von der „Duales System Deutschland GmbH“ anderweitig vergeben wurde. Allerdings sei das gesamte Müllverwertungs-System mit etlichen Beteiligten so kompliziert und verflochten, dass zunächst viele rechtliche und organisatorische Fragen geklärt werden müssten, sagt Brandenburg.

Eine entscheidende Rolle spielt dabei die „Duales System Deutschland GmbH“. Sie bekommt von den Verpackungsherstellern Geld für das Sammelsystem und beauftragt wiederum Unternehmer vor Ort, die Säcke einzusammeln. Heiko Müller aus der DSD-Presseabteilung in Köln lehnt eine gemischte Müllsammlung klar ab. Dabei würden viele Fremdstoffe – also Müll, Dreck und Flüssigkeiten – am Verpackungsmüll hängen bleiben. Das wiederum würde bei der Wiederverwertung zu „erheblichen Qualitätsverlusten“ führen.

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Die Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) tauschen nach und nach auf allen Grundstücken in der Stadt die Mülltonnen für Altpapier und Kompostmüll aus. Die bisherigen blauen und grünen Mülltonnen werden durch „dezente graue“ Behälter ersetzt, so die GEB. Nur farbige Deckel weisen dann noch darauf hin, ob Biomüll oder altes Papier hinein gehört.

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