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Chef der Göttinger Hells Angels vor Gericht

Nach Verbot des Rockerclubs Chef der Göttinger Hells Angels vor Gericht

Drei Monate nach dem Verbot des Rockerclubs „Hells Angels MC Charter Göttingen“ beginnt in der kommenden Woche der Prozess gegen den Chef der Gruppierung. Der aus Adelebsen stammende 48-Jährige muss sich ab Donnerstag wegen des Verdachts der versuchten gemeinschaftlichen Erpressung und Diebstahls vor dem Amtsgericht Kassel verantworten.

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Quelle: dpa/Symbolbild

Göttingen. Mitangeklagt sind sein 51-jähriger Bruder sowie zwei 26 und 27-jährige Probemitglieder (so genannte Prospects) des Rockerclubs. Das Strafverfahren war Anlass für das Vereinsverbot gewesen. Das niedersächsische Innenministerium hatte den Göttinger „Hells-Angels“-Ableger im Oktober verboten.

Die vier Angeklagten sollen im September vergangenen Jahres einen 60-jährigen Mann in Wahlsburg (Kreis Kassel) aufgesucht und unter Drohungen versucht haben, von diesem 100 000 Euro zu erlangen. Bei dieser Gelegenheit sollen sie außerdem einen Laptop und ein Bild aus seiner Wohnung entwendet haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatten die Rocker dem 60-Jährigen vorgeworfen, den Verein in Misskredit gebracht zu haben, weil dieser nach einem Einbruch den Verdacht geäußert habe, dass die Tat etwas mit den Hells Angels zu tun haben könnte. Der Rockerchef habe zunächst 30 000 Euro „Schadensersatz“ verlangt, später sei die Forderung auf 100 000 Euro erhöht worden.
Der 48-Jährige soll dem 60-Jährigen dann für die Zahlung eine Frist von fünf Tagen gesetzt haben. Als die Frist abgelaufen war, habe er gemeinsam mit seinem Bruder den 60-Jährigen erneut aufgesucht, um der Forderung Nachdruck zu verleihen und bereits einen Teil des Geldes zu vereinnahmen. Der 60-Jährige hatte sich jedoch zwischenzeitlich an die Polizei gewandt. Als die beiden Brüder zum vereinbarten Termin erschienen, wurden sie von Spezialeinsatzkräften festgenommen. Sie kamen zunächst für mehrere Wochen Untersuchungshaft, später wurden die Haftbefehle gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Das Gericht hat für den Prozess drei Verhandlungstage anberaumt. nie

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