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Frisch vom Feld

Gemüsefelder in Groß Ellershausen Frisch vom Feld

Zum Gemüseanbau braucht ein Hobbygärtner nicht unbedingt einen eigenen Garten. Bei Christa Nolte gibt es auf einem Acker westlich von Groß Ellershausen bepflanzte Parzellen zu mieten, die von den Pächtern für eine Saison bewirtschaftet werden. 20 Hobby-Gärtner sind in diesem Jahr auf dem Gemüsefeld dabei.

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Übergabe des Gemüsebeets: Christel Nolte (rechts) gibt wichtige Garten-Tipps.

Quelle: r

Groß Ellershausen. Sie verbindet nicht nur die Freude an der Gartenarbeit, sondern auch der Wunsch nach ungespritztem und erntefrischem Gemüse. Vorkenntnisse braucht auf dem Feld niemand, Christa Nolte erklärt alles Wissenswerte. Die Bankkauffrau führt mit ihrem Mann einen landwirtschaftlichen Betrieb und verpachtet seit fünf Jahren die Gemüsebeete. Die Anleitung gibt es zu festen Zeiten auf dem Feld und zusätzlich per E-Mail. Dann schreibt die Bäuerin, wann angehäufelt oder pikiert werden muss oder wann beim Ausgeizen überflüssige Triebe an den Tomaten entfernt werden müssen. Vor allem erinnert sie regelmäßig ans Ernten, das teilweise innerhalb weniger Tage erledigt werden muss. Salat bilde bereits nach drei Tagen einen Blütentrieb in der Mitte. „Er wird dann nicht schmackhafter“, sagt Nolte. Außerdem würde er bei hoher Sonneneinstrahlung Nitrat einlagern.

Zehn ganze und zehn halbe Feld-Anteile hat Nolte in diesem Jahr vermietet. Ganze Parzellen würden sich vom Ernteertrag her für vierköpfige Familien eignen, halbe Parzellen seien passend für den Einstieg. Ein großes Problem habe sie allerdings mit ihren Hobby-Gärtnern: „Es wird zuviel gegossen“, sagt Nolte. „Denn Gärtnern wird oft mit Gießen gleichgesetzt.“ Doch was ausgesät wird, braucht laut Nolte kein zusätzliches Wasser. Die Pflanzen bilden einfach längere Wurzeln und wachsen bei Trockenheit nicht weiter. Ab einer gewissen Höhe beschatten sie sich außerdem gegenseitig. Einmal pro Woche sollten sich die Gärtner allerdings schon um ihre Schützlinge kümmern.

Die Parzellen sind 25 Meter breit und haben eine Länge von 1,75 oder 3,5 Meter. Die Bäuerin hat übliches Gemüse wie Kohl, Karotten, Zwiebeln oder Erbsen bereits ausgesät. Dazwischen wachsen auch bunte Varianten wie lila Möhren, gelbe Beete oder lila Bohnen. Einige Reihen bleiben frei, dort können die Pächter ihre Favoriten aussäen.

Beim Gärtnern sieht Nolte einen „klassischen Traditionsabbruch“. Früher hätten Kinder mit Eltern oder Großeltern Gartenarbeit erledigt, heute sei das nicht mehr selbstverständlich.

Eigentlich sei das Gärtnern auf dem Gemüsefeld ein gewisser Luxus: Keiner braucht das Gemüse, um sich davon zu ernähren. „Vielen macht es aber einfach Spaß, in Gemeinschaft zu gärtnern“, sagt Nolte. Es seien darüber bereits Freundschaften und Verabredungen zum abendlichen Gießen entstanden.r

Zwischen Kleingärtneridyll und Urban Gardening

Die Gartenfreunde kommen aus allen Altersgruppen. Viele wohnen in der Stadt und bewegen sich in auf dem Gemüsefeld zwischen Kleingärtneridyll und Urban Gardening. Frische und Herkunft des Gemüses ist vielen wichtig, doch vor allem steht die Freude am Gärtnern im Mittelpunkt. Nina Becker ist zum ersten Mal dabei. Die 31-jährige Göttingerin hat „einfach Lust, das auszuprobieren.“ Gartenarbeit kennt sie aus ihrer Kindheit von Zuhause. Auf ihrem Balkon ihrer Südstadt-Wohnung zieht sie bereits Tomaten und Kräuter. Jetzt will sie sich erstmals für eine Saison um eine ganze Bandbreite an Gemüse kümmern. Sie freut sich auf die Zeit auf dem Feld: „Ich hab das bei einer Freundin in Kassel gesehen“, sagt Becker, das habe ihr gefallen. Noltes bieten das Gemüsefeld zum fünften Mal an. Seitdem ist Sieglinde Bergedick immer dabei, sie bewirtschaftet gleich die erste Parzelle. „Mir gefällt, dass ich weiß, was ich ernte“, sagt die Rentnerin. Und das holt sie sich, wenn möglich, täglich frisch vom Feld. Vor allem gefällt ihr diese Art von Freizeitgestaltung: Seit einem Jahr ist sie im Ruhestand und genießt es, an der frischen Luft etwas sinnvolles zu tun. Christa Nolte erzählt von einer Studenten-WG, an die sie im vergangenen Jahr eine Parzelle verpachtet hat. Die Bewohner kamen kamen regelmäßig an den Wochenenden aufs Feld. Das geerntete Gemüse wanderte abends in die WG-Töpfe und sie verarbeiteten die eigene Ernte zu einem gemeinsamen Abendessen.r

Gärtner gesucht

Bis Mitte Juni können noch Nachrücker aufgenommen werden. Einen Tag der offenen Gartentür gibt es am Sonntag, 19. Juni: Beim Kaffee-Nachmittag der Hobby-Gärtner sich können Interessierte über das Gemüsefeld informieren. Weitere Informationen gibt es bei Christel Nolte unter Telefon 05502 / 38 24, per E-Mail oder im Internet. r

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