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Cyberangriffe: Göttinger Rathaus und Klinik sicher

Aktuelle Technik Cyberangriffe: Göttinger Rathaus und Klinik sicher

Der Hackerangriff auf das Datennetz des Deutschen Bundestags sorgt für Aufregung. Wie aber ist es mit der Sicherheit der Daten der Stadtverwaltung oder der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) bestellt? Die Daten von Bürgern und Patienten seien sicher, betonen die Verantwortlichen.

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Mit mehrstufigen Firewalls und ständigen Prüfungen schützen Stadt und Klinik ihre Bürger- und Patientendaten.

Quelle: dpa

Göttingen. Das Datennetz der Stadtverwaltung sei „unter anderem durch ein mehrstufiges Firewall-System geschützt, das tagesaktuell auf dem neusten Stand gehalten wird“, erklärt Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Die Sicherheitsvorkehrungen unterlägen einer „kontinuierlichen Überprüfung“. Bisher habe ohnehin niemand versucht, das Netz zu hacken. Um auf derartige Angriffe aber schnellstmöglich reagieren zu können, arbeite die Stadt in einem Pilotprojekt mit dem niedersächsischen Sicherheitszentrum (N-CERT) zusammen.

 

„Die Netze für Internetzugänge und für die Verwaltung der Patientendaten sind strikt voneinander getrennt, Patientendaten vor externen Zugriffen gesichert“, erklärt UMG-Sprecher Stefan Weller. Ein zweistufiges Firewall-System sorge „nachhaltig für die Sicherheit der Netze und Serveranlagen“. Es werde regelmäßig überprüft. Cyberangriffe seien noch nicht registriert worden. Dennoch werde die Firewall-Umgebung derzeit mit externen Sicherheits-Spezialisten optimiert. Das habe aber nichts mit dem Hackerangriff auf den Bundestag zu tun.

 

Sorgen um den Datenschutz im Göttinger Rathaus machen sich unterdessen die Rats-Piraten. In einem Antrag zur nächsten Ratssitzung fordern sie unter anderem Schulungen für die Beschäftigten, um sie für einen effektiven Schutz von Kundendaten zu sensibilisieren. Und sie schlagen vor, dass der städtische Datenschützer als unabhängige Stelle ausgegliedert wird. Zurzeit ist der Datenschutzbeauftragte der Stadt, Roland Neumann, auch Fachdienstleiter für Personal- und Organisationsberatung und in seiner Eigenschaft als Datenschützer dem Oberbürgermeister zugeordnet.

 

Ihren Vorstoß begründen die Piraten mit Fällen, bei den der Datenschutz missachtet worden sei. Im Jobcenter zum Beispiel würden Sachbearbeiter Gespräche mit Bürgern in Gemeinschaftsbüros führen, kritisiert Pirat Martin Rieth. Dabei könnten andere Kunden persönliche Informationen belauschen – zum Beispiel über Erkrankungen. Ähnlich sei es in der Führerscheinstelle, in der auch über Fahrverbote und die belastenden Folgen gesprochen werde. Es irritiere ihn zudem, dass verwaltungsinterne Drucker in den Büroetagen frei zugänglich seien. Ihm selbst sei es gelungen, mit einer frei eingegeben Code-Zahl Zugriff auf das Gerät und seine Speicher zu bekommen. Nach seinem Hinweis habe die Verwaltung aber bereits nachgebessert.

 

Verwaltungssprecher Johannson räumte ein, dass Räume und Gesprächssituationen im Sinne des Datenschutzes optimiert werden könnten. Bei Bedarf gebe es aber auch andere Wege für vertrauliche Gespräche mit Bürgern, zum Beispiel über zuvor vereinbarte Extratermine. Unabhängig davon sei Datenschutz Alltagsgeschäft in der Verwaltung „und immer auf dem Prüfstand der Bürger“. Beschwerden habe es bisher nur „ganz selten“ gegeben.

 

Von Andreas Fuhrmann und Ulrich Schubert

 

Der Rat tagt am Freitag, 12. Juni. ab 16 Uhr im Neuen Rathaus. 
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