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DNA-Rebell gibt doch Speichelprobe ab

Fahndung eingestellt DNA-Rebell gibt doch Speichelprobe ab

Der Göttinger Linksaktivist, der nach einem Böllerwurf aus einem Demonstrationszug heraus eine DNA-Probe verweigert hatte und deshalb zur Fahndung ausgeschrieben wurde, hat nun doch eine Genmaterial-Probe abgegeben.

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Vor der Probenabgabe: Linksaktivist (vorn) mit Unterstützern.

Quelle: Hinzmann

Der 20-Jährige, der sich zwischenzeitlich aus Göttingen abgesetzt hatte, erschien gestern um 10 Uhr am Eingang der Polizeiwache. Dort ließ er sich einen Abstrich aus der Mundhöhle abnehmen. Die ganze Prozedur, die Polizei, Staatsanwaltschaft und die Göttinger Linksszene wochenlang intensiv beschäftigt hatte, dauerte gerade einmal knapp zehn Minuten. Die Fahndung nach dem 20-Jährigen wurde prompt eingestellt.

„Die Entnahme meiner DNA ließ sich nicht endlos verhindern“, erklärte der Linksaktivist nach der Probenabgabe: „Ich wollte den Termin aber zumindest selbst bestimmen.“
Allerdings: Die Auseinandersetzung zwischen Staatsmacht und Linksaktivisten ist wohl noch nicht vorbei. Sven Adam als Rechtsanwalt des 20-Jährigen stellte den Antrag, die DNA umgehend mit Spuren im Zusammenhang mit der Verpuffung im Kreishaus vom Januar 2010 zu vergleichen. Das ist deshalb pikant, weil der 20-Jährige vorübergehend im Verdacht stand, mit der Verpuffung etwas zu tun gehabt zu haben und in linksorientierten Kreisen vermutet wurde, die DNA-Probe diene in Wahrheit dazu, diesem Verdacht weiter nachzugehen. Jetzt will Adam auf diese Weise feststellen lassen, dass sein Mandant in Sachen Kreishaus „über jeden Verdacht erhaben ist“.

Anlässlich des DNA-Abgabetermins erneuerten die Landtagsabgeordneten Patrick Humke (Linke) und Gabriele Andretta (SPD) sowie der Kreistagsabgeordnete Norbert Hasselmann (Grüne) ihre Kritik am Vorgehen von Polizei und Staatsanwaltschaft sowie am Bundesverfassungsgericht, das es abgelehnt hatte, eine Verfassungsbeschwerde des 20-Jährigen gegen die zwangsweise DNA-Abgabe überhaupt anzunehmen.

Am Freitagabend, 28. Januar, demonstrierten rund 50 Linke in der Innenstadt. Laut einem Polizeisprecher stand dies im Zusammenhang mit der DNA-Abnahme. Es sei friedlich geblieben.

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