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„Da war die Wolke schon in Schweden“

Rundgang zur Erinnerung an die Reaktorkatastrophe vor 30 Jahren „Da war die Wolke schon in Schweden“

Nur etwa 20 Menschen haben am Dienstagnachmittag an einem Stadtspaziergang anlässlich des 30 Jahrestages der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986 teilgenommen. Stationen waren Orte im Innenstadtbereich, die Göttingen mit der Geschichte der Atomkraft verbinden.

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Nur etwa 20 Menschen haben am Dienstagnachmittag an einem Stadtspaziergang anlässlich des 30 Jahrestages der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986. teilgenommen.

Quelle: HW

Göttingen. Erste Station: das Physikalische Institut der Universität, wo in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts prominente Atomwissenschaftler forschten. Als sachkundiger Referent erinnerte Martin Melchert nicht nur an die Göttinger Forschungen, sondern stellte ausführlich auch die Entwicklung der Nutzung der Atomenergie in der Sowjetunion vor. In den Anfängen auch hier dabei: deutsche Forscher wie beispielsweise Manfred von Ardenne, der an der Entwicklung der ersten sowjetischen Atombombe beteiligt war.

Ute Simmerling, Teilnehmerin am Stadtrundgang, erinnerte sich, wie es 1986 war. Erst vier Tage nach der Explosion des Reaktorgebäudes verbreiteten sich die Nachrichten darüber in Deutschland: „Am Anfang war das alles ganz weit weg. Als wir dann erfuhren, was passiert war, haben wir vor dem Neuen Rathaus demonstriert, um Informationen darüber zu bekommen, wie gefährlich die ganze Sache wirklich war. Das war aber schwierig: Die Polizei war absolut rabiat.“

„Ich habe davon zum ersten Mal am 1. Mai 1986 im Radio gehört. Da war die Wolke schon in Schweden“, sagte Dagmar Haschke,  Mitorganisatorin des Stadtrundganges. „Da kam dann Angst und Panik auf Wir haben beispielsweise überlegt, nach Kanada zu gehen. Aber erstmal haben wir uns mit Lebensmitteln aus dem Bioladen eingedeckt, die ganz sicher vor dem 26. Mai produziert worden waren. Ich kann mich daran erinnern, dass wir einen ganzen Laib Käse gekauft haben.“ Sie habe gewusst, dass gerade Milch und Milchprodukte schnell kontaminiert werden konnten. Und: „Den Kindern haben wir nichts erzählt, um ihnen keine Angst zu machen.“

Die weiteren Stationen: der Fukushima-Gedenkstein am Neuen Rathaus und der Cheltenham-Park. Dort war zum Gedenken der Katastrophe von Tschernobyl in den 1980er Jahren ein Gingko-Baum gepflanzt worden.

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