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Integration, die funktioniert

Das Projekt „Mama lernt mehr“ Integration, die funktioniert

Ein Göttinger Projekt sorgt bundesweit für Aufsehen und erntet viel Lob. Bei „Mama lernt mehr“ von der Beschäftigungsförderung Göttingen im Weststadtzentrum werden geflüchtete Frauen auf den Arbeitsmarkt vorbereitet - mit Deutschkursen, Yoga, Kochangeboten und mehr.

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Der Yoga-Kurs im Rahmen des „Stark im Beruf“-Projektes

Quelle: OT

Göttingen. Ein trüber, kühler Morgen in Göttingen, im Weststadtzentrum ist es wohlig warm, die Atmosphäre entspannt. Nebenan im Multifunktionsraum findet ein Yoga-Kurs im Rahmen des „Stark im Beruf“-Projektes „Mama lernt mehr“ statt. „Ich liebe das Projekt – weil so Integration wirklich funktioniert“, sagt Ruth Zinner, die Leiterin des Weststadtzentrums.

Warum funktioniert das Projekt, das vom Bund und dem Europäischen Sozialfonds, gefördert wird, so gut? „Weil wir alles zusammen mit den Frauen entwickeln“, sagt Projektleiterin Zinner, die schon viele schlechte, am Schreibtisch entwickelte, Projekte miterleben musste, wie sie sagt. „Unser niedrigschwelliges Angebot geht auf die Wünsche der Frauen ein“, sagt Zinner, gut die Hälfte der Teilnehmerinnen seien Flüchtlinge. Sie spricht glücklich von einer "Perle der Weststadt". Mehr Frauen würden das Projekt gerne nutzen, doch es ist auf 30 Teilnehmerinnen pro Jahr begrenzt. „Es gibt hier keinen Druck, trotzdem ist es ein stark berufsorientiertes Projekt.“ Denn Ziel sei es, die Frauen in einen Job zu bringen.

Dafür ist die deutsche Sprache Voraussetzung, und so wird bei den unterschiedlichen Angeboten ausschließlich Deutsch gesprochen. Sollte eine Teilnehmerin etwas nicht verstehen, wird untereinander übersetzt. Im geschlossenen Kreis, wie beispielweise dem Yoga-Kurs, fällt es den Frauen leichter, über ihre Sorgen und Probleme zu sprechen. Sowohl die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als auch die Traumatisierung seien die größten Probleme, sagt Zinner.

Die Gruppen sind sehr heterogen, Frauen aus Syrien treffen auf Deutsche, Afrikanerinnen, Russinnen oder Irakerinnen. Doch das Ziel, Arbeit zu finden, eint alle. „Ich möchte gerne Erzieherin werden“ sagt die Syrerin Hend Ibriam. Den Yoga-Kurs von Sozialtherapeutin Renate Löb lieben die Frauen. „Ich bin von Beginn an dabei“, sagt die Irakerin Juan Ali. Als Altenpflegerin, vielleicht auch Schneiderin oder Friseurin, wollen sie arbeiten, alle Frauen haben klare Berufswünsche. Damit sich diese auch erfüllen können, wird zusammen genäht, gekocht, Fahrradfahren gelernt oder Yoga gemacht – und sich ganz viel unterhalten, natürlich auf Deutsch. Denn das ist, das wissen sie alle, der Türöffner.

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