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Das neue Göttinger Busliniennetz: Was Passagiere jetzt wissen müssen

Göttingen auf neuer Linie Das neue Göttinger Busliniennetz: Was Passagiere jetzt wissen müssen

Es wird alles anders, und doch ist vieles vertraut: Am 1. November – ein Sonnabend  – startet das neue Göttinger Busliniennetz. Seit 16 Jahren fahren die Linien 1 bis 14, 28, 29 und 51 fast unverändert auf ihren vertrauten Strecken durch Göttingen.

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Auch neu: Die Linie 72 mit Endstation Kaufpark

Quelle: Hinzmann

Göttingen. 16 Jahre, in denen sich die Stadt verändert hat, sagen die Planer der städtischen Verkehrsbetriebe (GöVB): Durch neue Wohnviertel auf den Zietenterrassen, neue Firmen im Groner Gewerbegebiet und neue Institute im Uni-Nordbereich hat sich die Nachfrage der Fahrgäste verlagert.

In manchen Stadtteilen steigen weniger Gäste zu, in anderen jetzt viel mehr. Und durch die Ganztagsangebote sind viele Schüler inzwischen erst am späten Nachmittag auf dem Nachhauseweg.

Vor diesem Hintergrund haben die GöVB das Liniennetz 2014 gesponnen. Dabei bleibt das Grundmuster bestehen: Nach wie vor pendeln die meisten Busse von einem Außenbereich quer durch die Stadt und City zu einem anderen. Trotzdem gibt es viele Änderungen und neue Angebote – hier die wichtigsten.

Neue Nummern

Die Busse bekommen alle neue Liniennummern. Auf den sechs wichtigsten Verbindungen fahren jeweils zwei Linien mit Paar-Nummern – zum Beispiel 11/12 und 31/32. An den Nummern und ihrer Farbe ist zu erkennen, dass sie zusammen gehören – 11/12 zum Beispiel verbinden Geismar und Holtensen/Holtenser Berg.

Einige der Linien splitten sich auf ihrer Strecke zum Endziel. So decken die Linien 11 und 12 zum Beispiel in Geismar einen größeren Bereich zwischen Mittelbergring und dem Ortsrand ab.

Durch die konsequente Paar-Führung fallen einige bisherige Schlenker und Haltestellen weg. Weil die Busse paarweise aber zeitversetzt fahren, werden viele Haltestellen allerdings im 15-Minuten-Takt angefahren. Nur ab dort, wo sie sich teilen, kommt der Bus dann halbstündlich.

Neben den Paar-Linien gibt es sieben Einzel-Linien, die zwei Stadtteile verbinden – zum Beispiel Linie 80 den Klausberg und den Leineberg. Sie fahren allerdings nur im 30-Minuten-Takt. Durch die Kombination von Paar-Linien und Einzellinien werden einige Hauptstrecken sogar dreifach bedient.

Viele Linien bleiben weitgehend auf den Strecken ihrer Vorgänger-Linien, es gibt aber auch welche, die jetzt andere Endziele verbinden. Ein Beispiel: Bisher gab es mit der Linie 4 eine Direktverbindung von der Schöneberger Straße in Geismar zum Kaufpark in Grone. Künftig gibt es nur noch eine Direktverbindung von den Zietenterrassen zum Kaufpark und eine Linie von Geismar-Süd in das Industriegebiet Grone (71/72).

Neue Ziele in der Stadt

Das neue Liniennetz nimmt neue Ziele auf, die bisher nicht oder sehr schlecht angebunden waren. Dazu gehören das Gewerbegebiet Lutteranger (Linie 33) und der Waldweg (42). Das Klinikum (21, 22, 23, 33, 41, 42), der Uni-Nordbereich (21, 22, 23) und der Kaufpark (31, 32, 61, 62, 72) haben eine so große Nachfrage, dass das Angebot erhöht wird.

Linie 33 ist die einzige, die nicht durchs Zentrum oder über den Bahnhof fährt und mit Holtensen und Klinikum zwei Außen-Stadtteile direkt miteinander verbindet.

Bahnhof und ZOB vor 8 Uhr

Etwa 40 000 Pendler kommen nach Göttingen oder verlassen die Stadt früh am Morgen auf dem Weg zur Arbeit, Schule oder Uni mit der Bahn oder einem Überlandbus. Damit sie künftig schneller und direkter weiter kommen, fahren ab November montags bis freitags vor  8 Uhr alle Stadtbusse über den Bahnhof.

Die meisten lassen dann den Innenstadt-Ring links liegen und halten auf ihrem Weg vom und zum Bahnhof auch an anderen Haltestellen, die sie sonst nicht anfahren. Grüne Schilder (Balken) an den Masten markieren diese Haltestellen zusätzlich.

Völlig busfrei ist die Innenstadt vor 8 Uhr allerdings nicht: Die Linien 41/42, 50, 61 und 71/72 fahren weiterhin auch am frühen Morgen über den Busring.

Leichter umsteigen

Sogenannte Pulkfahrten, bei denen sich an den Innenstadt-Haltestellen mehrere Busse verschiedener Linien treffen und zugleich abfahren, wird es nicht mehr geben. Damit Fahrgäste entspannter umsteigen können, fahren die Busse an den Knotenpunkten jetzt zeitversetzt ab. Nachteil: Der Anschlussbus kann jetzt auch schon mal gerade weg sein und der Fahrgast muss einige Minute bis zum nächsten warten.

Acht für die Nacht

Künftig gibt es acht Nachtlinien mit der Bezeichnung N. Sie fahren in den Nächten von Freitag auf Sonnabend, von Sonnabend auf Sonntag sowie Sonntag früh. Ihr zentraler Umsteigepunkt ist die Innenstadt-Haltestelle Weender Straße. Die Nachtbusse fahren im Stundentakt bis etwa 4.30 oder 5 Uhr.

Sie kommen auf kurzem und schnellem Weg an ihr Ziel. Das heißt aber auch, sie fahren keine Schlenker und stoppen nicht an allen Haltestellen. Ein Beispiel: Die Linie N8 fährt in nur elf Minuten bis zur Harzstraße in Grone, fährt aber zunächst auch nur über die Kasseler Landstraße und hält an sechs Haltestellen.     

Semesterticket und die 23

Die Linie 23 vom Bahnhof über Kreuzbergring und Klinikum zur Nord-Uni und zum Faßberg fährt nur, wenn auch ein Semesterticket angeboten wird. Hintergrund:  Zum ersten Mal gibt es in diesem Jahr in Göttingen ein Bus-Semesterticket. Mit diesem ermäßigten Ticket, das alle Studenten nehmen müssen, können sie mit allen Stadtbussen fahren.

Ob das Sonderticket angeboten wird, entscheiden sie jährlich in einer Abstimmung. Gibt es kein Semesterticket, bleibt der Bus der Linie 23 in der Garage, weil die Ticketeinnahmen fehlen.

Neue Haltestellen

Auf den neuen Linien richtet die Stadt sieben ganz neue Haltestellen ein: Maria-Montessori-Weg (Linie 42), Eichweg auswärts (33), Große Breite (33), Twechte auswärts (12/33), August-Spindler-Straße (71), Wilhelm-Berg-Straße (71) und Feldtorweg in Bovenden (62).

Gestrichene Haltestellen

Es werden aber auch Haltestellen aufgegeben: Bahnhofsallee, Am Kalten Born, Domäne, Willi-Eichler-Straße, Gotthelf-Leimbach-Straße, Goldschmidtstraße (eine von vieren), Hermann-Kolbe-Straße (entfällt vorerst).

Umbenannte Haltestellen

Weil ihre bisherigen Namen den Standort nicht eindeutig markierten, bekommen einige Haltestellen neue Namen:

  • Neues Rathaus wird zu Hiroshimaplatz
  • Greitweg wird zu Bürgerhaus Grone
  • Herbert-Quandt-Straße wird zu Siekhöhe/Kauf Park
  • Siekhöhe wird zu Siekhöhenallee
  • Robert-Koch-Straße wird zu Am Christophorushaus  (nur wenige Fahrten 13 im Einsatzverkehr)
  • Groner Tor (Berliner Straße) wird zu Groner Tor/Hirtenbrunnen
  • Lutteranger wird zu  Eichweg (einwärts und ganz neuer Haltepunkt).

Hier können Sie den Liniennetzplan als PDF donwloaden: 

 
Startschuss - Fahrpläne - Blinden-CD - Infotag - Elternticket - Fahrgastverband

Den offiziellen Startschuss für das neue Göttinger Liniennetz gibt Göttingens neuer Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) am Sonnabend, 1. November, um 11 Uhr am Infobus der GöVB vor ihrem Kundenzentrum in der City, Markt 3.

Für jede Linie und jedes Linien-Paar gibt es einzelne Flyer mit Fahrplan, abstrakter Linienführung und dem genauen Streckenverlauf auf hintergelegtem Stadtplan. Die Nachtbuslinien sind auf einem Faltblatt zusammengefasst. Die Fahrpläne gibt es  im GöVB-Kundenzentrum am Markt (montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und sonnabends von 9.30 bis 14 Uhr geöffnet) und in allen zwölf Vorverkaufsstellen. Außerdem können sie als PDF-Datei auf der Internetseite goevb.de heruntergeladen werden.

Zum Start des neuen Busliniennetzes am Sonnabend, 1. November, fahren alle Fahrgäste kostenlos – sie müssen also kein Ticket kaufen und entwerten. Damit wollen die GöVB am ersten Umstellungstag Zeitverlust und Stress durch Ticketverkäufe und Kontrollen vermeiden.

Damit Kinder nach den Herbstferien (bis 7. November) mit den neuen Linien und Fahrzeiten klarkommen, gibt es ein kostenloses Elternticket. Damit können Eltern oder Großeltern ihr Kind vom 1. bis 17. November an einem Tag morgens zur Schule begleiten – kostenlos. Bis 10 Uhr müssen sie die Rückfahrt antreten. Das Sonderticket mit eingetragenem Wunschtag gibt es im GöVB-Kundenzentrum.

Im Kundenzentrum gibt es auch eine spezielle Audio-CD im Daisyformat für blinde und sehbehinderte Menschen. Neben allgemeinen Informationen zum neuen Liniennetz werden die Streckenverläufe der Linien, Änderungen von Haltestellen und die Taktfolgen der Hauptverkehrszeit vorgelesen.

Noch nie hat die Stadt ihre Bürger so intensiv in neue Pläne eingebunden, wie im Vorfeld des neuen Liniennetzes. In vielen Bürgerforen, Gremien und im Internet haben die Planer der GöVB ihre ersten Entwürfe zur Diskussion gestellt und mehrmals Änderungen eingearbeitet. Das bestätigt auch der Fahrgastbeirat der Stadt Göttingen in einer Erklärung zum Start des Liniennetzes: „Alle Planungen wurden vorgestellt, einzelne Schritte besprochen und teilweise noch Anregungen und Ergänzungen eingearbeitet.“ Auch bei ihren jetzigen Informationen zum Start leiste die GöVB „gute Arbeit“. Jetzt appelliert der Beirat an alle Beteiligten und Fahrgäste „gegenseitig Entgegenkommen zu zeigen und Geduld aufzubringen, wenn etwas anders läuft als gewünscht“.

Die GöVB in Zahlen: Etwa 170 Fahrer steuern mit 86 Bussen der GöVB-Flotte auf einer Liniennetz-Strecke von 200 Kilometern 500 Haltestellen an. Dabei befördern sie im Jahr etwa 18,5 Millionen Fahrgäste (2013). us

Mehr Informationen unter goevb.de
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