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Verständnis, oder nicht?

Streik der Busfahrer Verständnis, oder nicht?

Am Freitag werden keine Stadtbusse fahren. Was bedeutet das für die Bürger in Göttingen, die täglich mit dem Bus fahren? An der Bushaltestelle „Am Markt“ in der Göttinger Innenstadt sind die Fahrgäste geteilter Meinung über den bevorstehenden Streik, das Stift am Klausberg sorgt für Alternativen.

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Quelle: Swen Pförtner

Göttingen. Das Wetter am Donnerstagmittag passt schon zur aktuellen Nachricht der Göttinger Verkehrsbetriebe: Es regnet und zwar nicht wenig, hinzu kommt ein schon recht kräftiger Wind, der den vermeintlichen Schutz der Bushaltestelle fast ganz zunichte macht – Xavier kündigt sich bereits an. Kurz: Die Fahrgäste stehen im Regen.

Manfred Trautmann

Manfred Trautmann

Quelle: Swen Pförtner

Mit Humor nimmt das Manfred Trautmann: „Wir bleiben zu Hause, es regnet sowieso“, witzelt der Senior in Anbetracht der drohenden Einschränkungen. Er sehe das nicht so eng und habe Verständnis für den Streik der Busfahrer. „Es ist schon ein schwerer Job“, sagt der Rentner.

Ähnlich sieht es auch Jürgen Seibert: „Es wird mich einschränken, aber man muss es auch verstehen.“ Solange die Ausfälle rechtzeitig angekündigt würden, könne man sich darauf einstellen, ist er überzeugt. Er nutze die Busse viel und lasse dafür auch sein Auto zu Hause stehen.

Mara Marijan

Mara Marijan

Quelle: Swen Pförtner

So locker und verständnisvoll sind aber nicht alle Fahrgäste ob der drohenden Mobilitätseinschränkungen. Nicht glücklich über die drohenden Ausfälle ist zum Beispiel Mara Marijan. „Ich finde das nicht gut. Bezahlt habe ich, und fahren kann ich nicht“, klagt die Rentnerin. Zu Fuß schaffe sie den Weg in die Stadt nicht mehr, daher sei sie auf die täglich verkehrenden Buslinien angewiesen. Doch halten sich die kritischen Stimmen zumindest bei den befragten Fahrgästen in Grenzen. „Wenn sie streiken, haben sie schon einen Grund“, ist eine ältere Dame, die auf ihren Bus wartet, überzeugt. „Da kann ich die Leute verstehen“, ergänzt sie. Sie sei über die Ausfälle informiert und erledige ihre Einkäufe eben einen Tag vorher.

Jürgen Seibert

Jürgen Seibert

Quelle: Swen Pförtner

Selbst die Bewohner der Alten- und Pflegeheime sind von den Bus-Ausfällen betroffen. So auch der 51-jährige Carsten Fretter, der im Stift am Klausberg, Habichtsweg 55, wohnt. Für Einkäufe, Überweisungen und den Besuch seiner Mutter ist er auf den Bus angewiesen. “Demenzkranke sind stark Betroffen” fügt Fretter hinzu und belegt es damit, dass sich die Demenzkranken wundern, warum ihre Angehörigen nicht zu Besuch kommen. Das Stift bietet jedoch als Busersatz den hauseigenen Shuttle-Service für Freitag, 6. Oktober, an. Für die übrigen Göttinger, die auf den Bus angewiesen sind, bleibt nur der Weg zu Fuß, oder eben der Tag im trauten Heim.

Von Finn Lieske und Steven Jacobi

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