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"Das wäre mehr drin gewesen"

Hunderte Zuschauer verfolgen EM-Spiel Deutschland-Nordirland "Das wäre mehr drin gewesen"

Eher verhalten haben die Göttinger am Dienstagabend das 1:0 und den Gruppensieg der deutschen EM-Mannschaft gegen Nordirland gefeiert. Zuvor allerdings herrschte gute Stimmung und Fußballfieber beim Public Viewing vor und in vielen Kneipen und in der vollen Lokhalle.

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Public Viewing in Göttingen: Der Jubel hielt sich in Grenzen. 

Quelle: SPF

Göttingen. "Deutschland, Deutschland - schieß ein Tor", skandieren die Zuschauer auf den Bänken im Hof des Irish Pub. Jede Torchance wird mit lauten Anfeuerungsrufen und Applaus begleitet - und davon gibt es viele. Die Tore aber bleiben aus.

Der Optimismus der Zuschauer bleibt - zumindest während der ersten Halbzeit. Erst nach der Pause kippt die anfangs entspannt-fröhliche Stimmung mit hoher Erwartungshaltung zunehmend Richtung Ernüchterung und Langeweile. Die häufigsten Kommentare während der zweiten Spielhälfte und nach jeder vertanen Torchance: "Das gibt's doch nicht" und die Aufforderung: "jetzt aber." Nur Student Norman aus Belfast ist "richtig froh", dass die Nordiren "nicht noch mehr kassieren".

Vor nahezu jeder Kneipe und  jedem Eiscafé in der Göttinger Innenstadt verfolgten unzählige Fußballfans das Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Nordirland, manche stehend in der zweiten Reihe gleich hinter den eng gestellten Stühlen auf der Straße.

Große Leinwände und bis zu vier Fernseher hatten die Gastronomen für ihre Gäste aufgestellt, dazu Fußball-Deko von Deutschlandfähnchen bis zu Girlanden auf den Tischen verteilt. "So macht es mehr Spaß als alleine oder in kleiner Gruppe zu Hause", schwärmte Petra Neumann vor dem La Vida, die das EM-Spiel von der Barfüßerstraße aus mit ihrer kompletten WG öffentlich schaute.

Öffentlicher Jubel blieb nach dem Sieg allerdings weitgehend aus. Nur wenige fuhren hupend im Korso durch die Stadt. Und nur ein kleines Grüppchen versammelte sich am Gänseliesel zum gemeinsamen Jubel - beobachtet von mehreren Polizisten am Rand.

"Sie haben gut gespielt, aber es waren zu wenig Tore", kommentierte Frank Schmeling das Spiel der Deutschen Mannschaft nach dem Abpfiff - um dann selber immer wieder mit einem Horn über den Markt hupen. "Ein trauriges Spiel, da wäre mehr drin gewesen", bedauerte auch Tobias Beckermann bei der Spielanalyse in großer Paulaner-Runde. Mit einem 3:1 habe er gerechnet, ergänzte sein Bruder Oliver, "aber sie haben einfach zu viele Chancen vergeben".

Auch in der Lokhalle feierten Hunderte Fans das Erreichen des Achtelfinals der deutschen Elf - wenn auch dort noch etwas verhalten. Im Sartorius-EM-Village werden auch alle weiteren Spiele mit deutscher Beteiligung gezeigt. Karten gibt es unter anderem in den Tageblatt-Geschäftsstellen in Göttingen und Duderstadt, Weender Straße 44 und Markstraße 9.

Von Ulrich Schubert und Andreas Fuhrmann

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