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„Das war in den 90er-Jahren unvorstellbar“

25 Jahre Göttinger Frauenbüro „Das war in den 90er-Jahren unvorstellbar“

„Bei der Stadt soll eine Stelle für Frauenfragen eingerichtete und besetzt werden. Die Maßnahme ist zunächst für fünf Jahre vorzusehen. Danach soll überprüft werden, ob die Ausgangssituation … noch gegeben ist.“ Als die Ratspolitiker diesen Beschluss fassten, gehörten sie bundesweit zu den einsamen Vorreitern einer Entwicklung, die heute in allen Kommunen angekommen ist.

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Trommeln in eigener Sache: Feier zu 25 Jahre Frauenbüro Göttingen im Neuen Rathaus.

Quelle: Heller

Göttingen. 1987 berief Göttingen nach Köln und Hannover als bundesweit dritte Stadt ein hauptamtlich tätige Frauenbeauftragte. Inzwischen ist dieser Posten für große Städte Pflicht. Inzwischen haben die Gleichstellungsstellen auch Männer im Blick. Inzwischen gibt es Girls-Days, Elternzeit für Frauen und Männer und das Gewaltschutzgesetz. Und das Göttinger Frauenbüro ist  25 Jahre alt geworden. Das habt das Team mit 200 Gäste aus seinem großen Netzwerk gefeiert.

„Wir haben viel erreicht, es hat sich viel getan“, sagt Christine Müller, seit 1991 Frauen- (und heute Gleichstellungsbeauftragte) der Stadt Göttingen. Die Liste der Themen und Aktionen, die das Team über die Jahre initiiert und bearbeitet hat ist lang. Viele Kurse aus dem Arbeitskreis Mädchen und medienwirksame Aktionen zum Internationalen Frauentag gehören ebenso dazu wie unzählige Tagungen und natürlich die interne Arbeit für eine besserte Situation der beschäftigten Frauen in der Stadtverwaltung.

Den größten Erfolg sehen Müller und ihre Stellvertreterin Britta Thür im Gewaltschutzgesetz. Es wurde vor zehn Jahren festgeschrieben – „und ist inzwischen bei vielen auch angekommen“, so Müller.  Wenn Frauen häusliche Gewalt erfahren, wisse inzwischen jeder Polizist, wie er damit umgehen muss. Beratungsstellen und Projekte in der Frauenarbeit würden eng mit Polizei und Staatsanwaltschaft kooperieren – „das war in den 90er-Jahren unvorstellbar“.

Gleichstellung von Frauen und Männern im Erwerbsleben

Ein weiteres Themenfeld, das die Arbeit des Frauenbüros von Beginn an wie ein roter Faden durchzieht, sei die Gleichstellung von Frauen und Männern im Erwerbsleben. Mit vielen Aktionen werde unermüdlich versucht, Frauen besser zu positionieren und ihre eigenständigen Existenz zu sichern. Die Angebote der Verwaltung für Mütter und Väter, die nach Elternzeit in den Beruf zurückkehren seien bundesweit beispielhaft. Aber immer noch verdienten Frauen bei gleicher Tätigkeit 23 Prozent weniger als Männer, bedauert Müller. Der Frauenanteil auf Führungspositionen habe sich zwar gegenüber acht Prozent vor gut 20 Jahren deutlich verbessert, liege in der Stadtverwaltung heute aber auch erst bei 27 Prozent.

Ein weiterer Schwerpunkt der Göttinger Frauenbeauftragten und ihrer Mitstreiterinnen sei seit vielen Jahren die Mädchenarbeit – von Kursen für mehr Selbständigkeit und Selbstbewusstsein der Mädchen bis zur Berufsorientierung. Es sei erschreckend, dass Mädchen und Jungen heute bei der Wahl ihre Wunschberufes trotzdem noch die identischen geschlechterspezifischen Klischee-Berufe nennen wie vor 25 Jahren, klagt Müller.

25 Jahre Frauenbüro wären ohne die Hilfe vieler Frauen in vielen Initiativen und einem großen Netzwerk in der Region nicht möglich gewesen, betonen Müller und Thür. Die Erfolge des Büros hingen aber auch mit Kontinuität in der personellen Besetzung und persönlichem Einsatz zusammen, ergänzte Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) während der Geburtstagsfeier. Und dahinter stünden vor allem die erste Göttinger Frauenbeauftragte Sigrid Häfner und ihre Nachfolgerin Christine Müller.

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