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"Das war kein Mensch, das war ein Schwein"

80-Jährige schildert vor Gericht Vergewaltigung "Das war kein Mensch, das war ein Schwein"

Sie ist 80 Jahre alt, leidet an Multipler Sklerose und sitzt im Rollstuhl - und sie ist vergewaltigt worden. Am Dienstag hat das Opfer eines 24 Jahre alten Einbrechers dem Gericht sein Martyrium geschildert.

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Sie ist 80 Jahre alt, leidet an Multipler Sklerose und sitzt im Rollstuhl - und sie ist vergewaltigt worden. Am Dienstag hat das Opfer eines 24 Jahre alten Einbrechers dem Gericht sein Martyrium geschildert.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Bad Lauterberg. Es müssen Stunden der Todesangst gewesen sein. Bis 23.30 Uhr, so die inzwischen sehr gefasste alte Dame, habe sie an jenem 2. Mai schon im Schlafanzug vor dem Fernseher gesessen.

Dann habe sie ein Knarren auf ihrer Treppe gehört. Als sie nachschaute, habe die große, schwarze Gesalt vor ihr gestanden. Sie habe noch nach dem Telefon gegriffen, um die Polizei zu rufen. Dann habe sie ein Boxhieb getroffen und sie sei hingefallen. Der Täter habe auf ihrem Rücken gekniet und sie gewürgt. "Ich dachte, wenn er nur noch etwas drückt, dann bist du tot."

Sie habe laut geschrien, und "je mehr ich geschrien habe, umso mehr hat er zugedrückt". Schließlich habe er sie vergewaltigt. Vor lauter Schmerz im ganzen Körper habe sie davon gar nichts gespürt. Über den Täter sagt sie: "Das war kein Mensch, das war ein Schwein."

Das Ganze muss Stunden gedauert haben. Der Täter habe nach Schmuck und Geld gesucht. Schmuck habe sie nicht, sagte sie ihm. Den echten habe sie nämlich gut versteckt. Aber das Geld, Geldgeschenke für Kinder und Enkel, habe offen auf dem Tisch gelegen. Das habe er gefunden. Auch eine EC-Karte. Die sei nur ein Andenken an den verstorbenen Sohn gewesen. Er habe die Pin verlangt. Die wusste sie nicht. Selber habe sie gar keine Geldkarte.

Es wurde schon hell, als der Vergewaltiger ging. Sie habe ihn noch gebeten, ihr aufzuhelfen. Allein schaffe sie das wegen ihrer Krankheit nicht. "Da hat er einen Moment ein Herz besessen" und ihr aufgeholfen. Gegen 6 Uhr sei sie zum Nachbarn gegangen. Der habe die Polizei gerufen.

Drei Polizisten sagen aus. Der Beamte, der den 24-Jährigen verhörte, als ihn eine DNA-Analyse seines Spermas überführt hatte, schildert dessen Verlegenheit, als er das Sexualverbrehen gestehen musste. Er sei "weinerlich" geworden und habe gesagt, er habe "Schlimmes getan". Zum Motiv habe er gesagt, er sei spielsüchtig und brauche jeden Monat mindestens 500 Euro fürs Spielen. Tattag war die Nacht vom 2. auf den 3. Mai. Am 1. Mai hatte es Arbeitslosengeld gegeben.

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