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Dauer der Erste-Hilfe-Lehrgänge in Göttingen wird verkürzt

Mehr Kunstblut, weniger Theorie Dauer der Erste-Hilfe-Lehrgänge in Göttingen wird verkürzt

Inhaltlich gestrafft und praxisnäher: Das sollen  ab dem 1. April die Erste-Hilfe-Lehrgänge für Betriebshelfer sein. Betrug die Dauer eines Lehrgangs bisher zwei Tage mit insgesamt 16 Unterrichtseinheiten á 45 Minuten, wird es in Zukunft nur noch ein Tag mit neun Unterrichtseinheiten sein.

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Dominik von Sierakowski überwacht Markus Schiffer bei der Herzmassage an einer Übungspuppe.

Quelle: Heller

Göttingen. Die Zahl der Einheiten für das alle zwei Jahre stattfindende Wiederholungstraining wird dafür leicht erhöht, und zwar von acht auf neun. Darauf haben sich die fünf großen Hilfsorganisationen in der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe verständigt. Ebenfalls von acht auf neun Einheiten erhöht werden soll der Kurs „Lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort“, der Teil der Fahrausbildung für den normalen Kfz-Führerschein ist. Hierfür steht allerdings noch kein Datum fest.

„Wir begrüßen die Änderungen“, sagt Markus Schiffer vom DRK Kreisverband Göttingen-Northeim. Der Grund: viele Inhalte würden von Ballast befreit und auf das Wesentliche reduziert. Theoretisches Wissen über den Blutkreislauf benötige ein Ersthelfer eben nicht – viel wichtiger sei es, dass er wisse, wie eine Blutung gestillt wird. Von den Neuerungen profitierten neben den Ersthelfern in Betrieben vor allem Fahrschüler, Übungsleiter und Gruppenleiter, teilen die Malteser mit.

Die bevorstehenden Änderungen stellen nicht die erste Reform der Erste-Hilfe-Ausbildung dar. So wurde beispielsweise bis in die 90er-Jahre hinein das Anlegen von Verbänden mit dem Kornähren-Verband trainiert, wie Schiffer sich erinnert.  Auf dem Verband prangte eine Ähre, die – nachdem der Verband angelegt worden war – an einer ganz bestimmten Stelle zu sehen sein musste: „Eine völlig unsinnige Vorgabe“, so Schiffer, „aber so waren die damaligen Regeln nun mal.“

Nicht nur der Inhalt, sondern auch die Form des Unterrichts hat sich in den vergangenen Jahren geändert und soll sich mit den Änderungen ab dem 1. April noch weiter wandeln. Das bedeutet weniger Frontalunterricht, realistische Darstellungen von Unfallsituationen mit Schminke und Kunstblut,  mehr selbständiges Ausprobieren durch die Lehrgangsteilnehmer sowie mehr Fallbeispiele, anhand derer sie üben können.

Die Verkürzung der Unterrichtseinheiten von insgesamt 16 auf neun Stunden, also von zwei auf einen Tag, soll darüber hinaus bewirken, dass sich die Zahl der Ersthelfer erhöht und Betriebe ihre Mitarbeiter bereitwilliger auf Schulungen schicken – schließlich müssen sie auf ihre Arbeit dann nicht mehr zwei, sondern nur noch einen Tag verzichten.

Von Hauke Rudolph

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