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Daumen raus: Per Anhalter durch Europa

Zwei Göttinger trampen nach Rumänien Daumen raus: Per Anhalter durch Europa

Zwei junge Leute stehen am Straßenrand an der Autobahnauffahrt nach Kassel in Grone. Beide bepackt mit großem Wanderrucksack und einem Pappschild mit der Aufschrift Leipzig, das einer der beiden demonstrativ den Autofahrern entgegen hält.

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Trampen für sauberes Trinkwasser: Laura Leschinski und Nils Groger fahren per Anhalter bis nach Rumänien.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Die zwei sind Göttinger Studenten. Nils (21) studiert Medizin und kommt eigentlich aus Bielefeld. Seine Freundin Laura (20) stammt aus Bremen und studiert Politik und Sozialwissenschaften.

Innerhalb von zwei Wochen wollen sie per Anhalter bis zum Surduc See in Rumänien fahren. „Es ist mal eine andere Art von Urlaub“, erzählt Laura „Vielleicht können wir das auch mit Couch-Surfen verbinden und lernen viele neue Leute kennen.“ Couch-Surfing ist ein Netzwerk, deren Mitglieder untereinander kostenlose Unterkünfte auf Reisen oder Stadtführungen anbieten.

Nils und Laura trampen nicht nur so zum Spaß, sondern für sauberes Trinkwasser. So lässt sich das „Tramprennen“ zusammenfassen, an dem sie und weitere 125 junge Leute in 61 Teams aus ganz Europa teilnehmen. Das Team der beiden heißt „Most Def“ und ihre Route hat fünf Zwischenstationen. „Ich will durch das Trampen auch meinen Glauben an die Hilfsbereitschaft stärken, erklärt Nils. „Es ist schon super, jemand nimmt dich mit ohne was dafür zu verlangen.“

Leipzig ist der offizielle Startpunkt der Route, wo alle Teams eine Einweisung und ein Hitchpackage (Anhalter-Paket) vom Veranstalter „Viva con agua de St. Pauli“ erhalten. Über Oppeln und Gródek nad Dunajcem in Polen, geht es für Nils und Laura weiter nach Lemberg und Dolyna in der Ukraine, über Deesch in Rumänien und schließlich zum Surduc See nahe der Stadt Lugosch. Rund 2500 Kilometer legen die Tramper laut Veranstalter zurück.

Auf das Rennen aufmerksam geworden ist Nils durch einen Freund, der ihm davon erzählte. Seine Freundin Laura musste er nicht überzeugen, sie war sofort mit dabei. Für Nils hat Trampen auch noch einen weiteren Grund: „Ich hoffe durch die lange Strecke mein Selbstvertrauen zusätzlich stärken zu können, man muss ja auch viele Leute ansprechen.“ Nils ist schon mal in Canada getrampt, für Laura ist es eine neue Erfahrung. Auch andere Göttinger nehmen an dem Tramprennen teil.

Mit den Erlösen aus dem Rennen will Viva con agua zusammen mit der Welthungerhilfe ein Trinkwasser-Projekt in Indien unterstützen.

Zwei Cent für jeden Kilometer

Viva con agua de St. Pauli ist ein international tätiger gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, die Trinkwasserversorgung in Entwicklungsländern zu verbessern. Spenden sammeln Nils und Laura durch ihre Unterstützer, sogenannte Team-Sponsors.

Pro Kilometer werden beispielsweise zwei Cent pro zurückgelegten Kilometer gespendet. Das wären bei 2500 Kilometern 50 Euro. Wie viel die Unterstützer spenden, ist ihnen selbst überlassen.

Wer „Most Def“ oder eins der anderen Teams unterstützen möchte, kann Team-Sponsor werden unter tramprennen.org. Informationen zum Verein Viva con agua sind unter vivaconagua.org erhältlich.

Von Peter Otto

Hinweis: Der Artikel wurde korrigiert.

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