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Debatte über Gesundheitsversorgung im Welfenschloss Hann. Münden

Auftaktveranstaltung Debatte über Gesundheitsversorgung im Welfenschloss Hann. Münden

Die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Hann. Münden ist am Dienstagabend Thema einer Veranstaltung im Welfenschloss gewesen. Initiiert von Bürgermeister Harald Wegener (BFMÜ) haben sich im Rittersaal gut 100 Gäste eingefunden. Schirmherr und Landrat Bernhard Reuter (SPD) bezeichnete es als eine gewaltige Aufgabe, die Zukunft der Gesundheitsversorgung zu erhalten und auszubauen. „Das erfordert die Quadratur des Kreises.“

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Harald Jeschonnek (links), Geschäftsführer der kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Göttingen, und Hans Münchberg, ehemaliger Geschäftsführer der Marktregion Süd der AOK Niedersachsen.

Quelle: Eichner-Ramm

Hann. Münden. Reuter nannte „zwei Megatrends“. Zum einen die mit der älter werdenden Gesellschaft einhergehende abnehmende Zahl an Fachkräften. Zum anderen die ökonomischen Entwicklungen. Die aktuelle Situation der Mündener Krankenhäuser belege, wie stark heute die Unternehmen in der Gesundheitswirtschaft gefordert seien.

 
Harald Jeschonnek, Geschäftsführer der kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Göttingen zeigte ebenfalls Trends auf, etwa dass der klassische Landarzt aussterbe. In Hann. Münden gebe es 17 Hausärzte, von denen sieben älter als 60 Jahre alt seien. Bezogen auf die Einwohnerzahl betrage der Versorgungsgrad an Hausärzten 111 Prozent. Auch zur fachärztlichen Versorgung im Altkreis Münden (Hann. Münden, Staufenberg und Samtgemeinde Dransfeld) nannte er Zahlen. Mit 379,9 Prozent liegen die Kinder- und Jugendpsychiater ganz vorn, am Ende der Versorgungsgradliste stehen Augenärzte (98,1 Prozent). Verwundert über die vermeintliche „Überversorgung“ bei Kinder- und Jugendpsychiatern zeigte sich der Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Günter Knaak. Die Bedarfszahlen stimmten schon lange nicht mehr, sagte er. Für einen Termin bei einem der beiden Mündener Kinder- und Jugendpsychologen betrage die Wartezeit ein halbes Jahr.

 
Hans Münchberg, ehemaliger Geschäftsführer der Marktregion Süd der AOK Niedersachsen, der die Veranstaltung moderierte, ging kurz auf die „eher dramatische Situation“ im Krankenhaus Münden ein und fragte in die Runde, wie man das Vertrauen der Bürger zurückgewinnen könne. Eine wichtige Rolle übernähmen die niedergelassenen Ärzte als Schnittstelle zur Krankenhausbehandlung, so Münchberg. Monika Wüstenhagen, Vorsitzende des Mündener Ärztevereins, betonte, es gebe seitens der Ärzteschaft keine Vorbehalte gegen das Krankenhaus Münden, aber es gebe zum Teil „erhebliche Qualitätsmängel“. Deshalb könne man den Patienten nicht verdenken, wenn sie mit den Füßen abstimmten. Albrecht Bornscheuer, ärztlicher Leiter des Krankenhauses Münden, hielt dagegen, dass fehlende Patientenzahlen nicht zwangsläufig mit mangelnder Qualität zusammenhingen, sondern ihren Ursprung auch im Abrechnungssystem hätten. Magdalene Günther, Geschäftsführerin der AWO Gesundheitsdienste, die beide Mündener Krankenhäuser betreibt und zurzeit in der Insolvenz steckt, sagte, dass durch den Klinikum-Neubau eine Anpassung an moderne Strukturen erfolge.

 
Jetzt treffen sich die Aktiven im Gesundheitswesen, um die Themenfelder Prävention, ambulante Versorgung, stationäre Versorgung sowie Pflege zu vertiefen. Abschließend sollen die Ergebnisse vorgestellt werden.

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Von Redakteur Britta Eichner-Ramm

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