Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Debatte um Golfplatz: Knapp 100 Bürger bei Präsentation im Ortsrat Geismar

„Umweltpolitische Katastrophe“ Debatte um Golfplatz: Knapp 100 Bürger bei Präsentation im Ortsrat Geismar

Hitzige Debatte in stickigem Sitzungssaal: Knapp 100 Bürger sind am Donnnerstagabend zur Sitzung des Ortsrates Geismar gekommen. Anlass war die erstmalige öffentliche Präsentation von Details zum geplanten Golfplatz im Süden von Geismar durch den Geschäftsführer der Göttinger Sport und Freizeit GmbH, Alexander Frey. Und der hatte keinen leichten Stand. Denn unter den Zuhörern befand sich fast nur Kritiker des Projekts.

Voriger Artikel
Neues Grimaldi-Projekt am Güterbahnhof Göttingen
Nächster Artikel
Göttinger schützen Klima durch Rat für Nicaragua

Steht nach wie vor in der Kritik: Der geplante Golfplatz bei Geismar.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Immer wieder musste Sitzungsleiter Horst Wattenberg (SPD) um Ruhe bitten, wurde Frey bei seinen Ausführungen durch Zwischenrufe oder höhnisches Gelächter  unterbrochen. Dabei gab es nach der Präsentation genügend Zeit, Fragen zu stellen.

Zuvor versuchte Frey, um Verständnis für die Idee eines Golfplatzes zu werben. Denn das Interesse, diese Sportart zu betreiben, steige. Sie sei ein Standort- und Tourismusfaktor. Es solle jedoch kein Golfclub für Wohlhabende, sondern ein „Volksgolfplatz“ entstehen, den alle nutzen können, auch die, die dort kein Golf spielen wollen.

„Das Areal soll seinen öffentlichen Charakter behalten“, betonte Frey. Öffentliche Wege führten um und durch den Golfplatz, der etwa 25 der 75 Hektar großen Fläche in Anspruch nehmen werde. Damit einhergehen solle eine „Aufwertung der Landschaft“. Die Artenvielfalt solle entwickelt, die Bodenbelastung, beispielsweise durch die Landwirtschaft, verringert werden.

Eines sei aber auch klar, sagte Frey: Man befinde sich am Anfang eines langen Prozesses, der frühestens in drei bis vier Jahren abgeschlossen sei – oder auch nicht. Die Öffentlichkeit werde in jeden weiteren Schritt mit einbezogen. Finanziert werden solle das zwei bis 3,5 Millionen Euro teure Projekt von einer Planungsgesellschaft. Am Ende entscheide der Rat der Stadt.

Die Fraktionen von SPD und Grünen im Ortsrat wollten von unter anderem wissen, ob es eine Bedarfsanalyse gebe. Ja, aus dem Jahr 2007, sagte Frey. Es gebe demnach etwa 1000 Menschen in Göttingen, die Interesse am Golfspielen hätten. Zudem wollte SPD und Grüne wissen, was mit dem Areal passiere, wenn sich ein Golfplatz dort nicht realisieren lasse.

Dann werde man es wie bisher nutzen, sagte Frey. Helmhard Ungerer (parteilos) hätte sich gewünscht, dass der Ortsrat eher informiert worden wäre. Und Frauke Eimer-Bathke (CDU) fragte, ob tatsächlich keine Zäune gebaut würden, schließlich könnten Besucher durch umherfliegende Golfbälle verletzt werden. „Die Bereiche sind sicher eingeplant, auch für Anfänger“, sagte Frey. Die Wege verliefen parallel zu den Golfbahnen.

Einige Bürger kritisierten danach die Pläne. Eine Frau beklagte die geplante Entlassung der Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet, eine andere sprach von einer „umweltpolitischen Katastrophe“. Und Werner Magerhans sagte, dass niemand mit den Landwirten gesprochen habe. Dabei würden der Landwirtschaft etwa 42 Hektar Fläche entzogen.

Das führe nicht zwangsläufig zu weniger Nährstoffausträgen, wie es Frey behaupte. „Denn das, was wir düngen, fahren wir auch als Nahrungsmittel wieder ab“, so Magerhans. Außerdem würden 25 Prozent der 42 Hektar ohnehin von einem Ökobetrieb bewirtschaftet.

Andere wollten wissen, wie sich der Golfplatz auf die Verkehrssituation auswirke. Gleichzeitig könnten 54 Menschen auf dem Platz spielen, erklärte Frey. Wenn er gut angenommen werde, rechne er mit 300 Spielern täglich. „Wir bauen also kein Parkhaus.“ Dann war Frey erlöst.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Das Tanz-Team des TSC-Schwarz-Gold Göttingen